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01. Juni 2016 von Gabriella Pape

Kategorien: Neuigkeiten |

„Die Gartenkultur ist uns eine Herzensangelegenheit, die wir mit unseren Blogbeiträgen von Pflanzen- und Gartendesignexperten mit Ihnen teilen möchten.“

Gabriella Pape

19. März 2017 von Isabelle Van Groeningen

Über Kandelaber-Ehrenpreis (Veronicastrum) und Färberhülse (Baptisia)

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Der Frühling klopft an, die Vögel sind laut, es kribbelt in den Fingern. Seit Wochen bin ich dabei, Listen zu machen, welche Pflanzen in welche Beete gepflanzt werden sollen, sowohl hier an der Gartenakademie, als auch in meinem eigenen Schattengarten. Besonders dort bin ich aufgeregt, da ich diesen Winter mehreren enttäuschenden Pflanzen gekündigt habe: Ein Knöterig Bistorta amplexicaule ‚Fat Domino‘ war nicht so schön und reich blühend wie sein direkter Nachbar Bistorta amplexicaule ‚Alba‘.

Kandelaber-Ehrenpreis (Veronicastrum)

Veronicastrum virginicum 'Album' mit Eupatorium 'Chocolate' - Kandalaber Ehrenpreis

Veronicastrum virginicum ‚Album‘ mit Eupatorium ‚Chocolate‘

Der Waldschmiele war es zu dunkel und leider auch der Veronicastrum virginicum Sorte. Um diese bin ich besonders traurig, da es eine meiner Favoriten im Staudenbeet ist – eine feine, elegante Dame mit schlanken Blütenrispen in zarten Farben, ob weiß, lilablau oder zartes rosa. Den ganzen Frühsommer hat sie schon eine tolle Struktur und auch im Herbst und Winter stehen die vertrockneten Rispen toll. In meinem zu schattigen Garten konnte sie sich allerdings kaum vom Boden hochheben. Mein Luxus ist natürlich, ein schönes, sonniges Staudenbeet an der Gartenakademie zu haben, wo ich all das, was zu Hause nicht gedeiht, haben kann. Die Farben passen gut zur subtilen Zartheit dieser Staude. In Weiß gibt es ‚Album‘, die 1,2m groß wird, oder ‚Spring Dew‘, einen Tick höher mit 1,3m. ‚Diana‘ (1m) hat einen Hauch von zartrosa, ‚Spring Dew‘ (1,3m) einen Hauch mehr. 1,2m hoch ist ‚Erika‘ ein etwas dunkleres Rosa, als auch die Sorte ‚Rosea‘ beide immer noch ziemlich zart, wogegen ‚Red Arrows‘ ins lila-rot Spektrum aufblüht. Für die blau-lila Liebhaber gibt es den Riesen ‚Lavendelturm‘ (2m) und ‚Apollo‘ (1,4m) mit lavendelblauen Blumen.

Färberhülse oder Baptisia

Eine Staude, die ich unbedingt in den helleren Ecken meiner schattigen Oase ausprobieren will, ist der Falsche Indigo oder Färberhülse Baptisia australis. Zur gleichen Familie gehörend wie die Lupine, stammt sie aus Nord-Ost Amerika und verträgt daher extreme Kälte aber auch Trockenheit. Sie ist also ideal für das Berliner Klima und gedeiht in der Sonne und auch im Halbschatten. Sie wird einige Jahre brauchen, um im Garten anzukommen und sich aufzubauen, aber wenn sie einmal da, ist sie extrem standfest. Was mich besonders an diesen Stauden beindruckt hat ist, dass sie sich selbst im Halbschatten, im Wurzelbereich von der großen Buche im Bienengarten, genauso wohlfühlt, wie die, die im Staudenbeet stehen.

Es ist eine Staude, die in den letzten Jahren Züchter begeistert hat und ständig kommen neue Farb-Selektionen auf den Markt. Noch ist das Angebot nicht so breit wie für Lupinen, aber sie sind für mich eine begehrenswerte Alternative. Obwohl sie im Frühsommer blühen, stehen sie auch im Herbst noch ganz frisch dabei. Nichts mit müdem, vertrocknetem Laub, stattdessen lustige, schwarzblaue, kurze, aufgeblasene Samenkapseln.

Baptisia australis 'Starlight Prairie Blues' Samen © Isabelle van Groeningen

Baptisia australis ‚Starlight Prairie Blues‘ Samen

Die Wildsorten sind Baptisia australis (blau), B. sphaerocarpa (gelb) und B. leucantha (weiss). Auch B. alba ‚Pendula‘ hat weiße Blüten. Frisch gelb ist auch B. australis ‚Carolina Moonlight‘, die schon ab Mai blühen kann, und bis 1,4m hoch wird oder B. australis ‚Lemon Meringue‘ mit nur 90cm. B. ‚Dutch Chocolcate‘ ist eine kompaktere Züchtung bis 90cm, mit bräunlich rosaroter Blüte. Eine spannende Kombination ist zu finden in B. ‚Cherries Jubilee‘, wo die Blüte gelb und rotbraun ist. Frisch blau ist B. australis ‚Starlite Prairieblues‘ und eher blauviolett B. australis ‚Twilight Prairieblues‘.

Probieren Sie dieses Jahr mal diese Schätze aus, haben Sie ein oder zwei Jahre Geduld und genießen Sie sie dann viele Jahren lang!

Isabelle Van Groeningen 19. März 2017

Spätoktober, graublaues Baptisialaub rechts

Spätoktober, graublaues Baptisialaub rechts im Mittelgrund ist Ende Oktober immer noch schön

© 2017 für alle Fotos: Isabelle van Groeningen

 

11. März 2017 von Gabriella Pape

Und immer wieder ruft der Rosenschnitt …

Kategorien: Neuigkeiten |

Rosentraum an der Gartenakademie Strawberry Hill

… und immer wieder verzweifeln tausende Gartenbesitzer an dieser Aufgabe. Es gibt aus meiner Sicht zwei Typen von Rosenschnitt. Beide sind genderbehaftet und was viel schlimmer ist, beide sind eigentlich falsch. Die meisten Frauen laufen, mehr oder weniger ziellos, mehrfach um die Rose herum. Weiterlesen →

03. März 2017 von Gabriella Pape

Endlich scheint die Sonne

Kategorien: Jahreszeiten |

Cotinus coggygria 'Grace' - Gehölzschnitt

. . . und es beginnt das alljährliche Kribbeln, deshalb sollten sie nun ihre Gartenschere ölen und mit Mut loslegen.

Gehölzschnitt

Die einfachste Regel zum Schneiden der Sträucher in Ihrem Garten ist, alles was vor Juni blüht, sollte erst nach der Blüte geschnitten werden. Wenn Sie diese Pflanzen jetzt zurückschneiden gibt es keine Blüten. Alle Sommerblüher, also jene, die ab Juni am diesjährigen Trieb blühen, sollten jetzt stark geschnitten werden, dazu gehören auch Obstbäume und Wein. Ganz besonders spreche ich aber von den Schmucksträuchern, die für einen starken Rückschnitt dankbar sind. Die einfachste Vorgehensweise für mich ist zuerst alles Tote und Kranke und sich Behindernde, also z.B. aneinander scheuerndes Holz, herauszuschneiden; dabei bemerkt man oft, dass gar nicht mehr so viel vom eigentlichen Busch übrig bleibt. Wenn Sie nicht genau feststellen können, welche Pflanzenteile noch leben und welche nicht, dann kratzen Sie einfach mal an der Rinde, und wenn darunter eine leuchtend grüne oder gelbe Farbe erscheint, dann leben sie noch.

Bei Pflanzen, deren eigentliche Schönheit von uns noch nicht entdeckt wurde, wie z.B. dem Perückenstrauch (Cotinus coggygria), lohnt es sich, die Schere wesentlich tiefer anzusetzen, also dort abzuschneiden, wo es schwerfällt, im dicken Holz. Der Perückenstrauch wird Sie dann mit kräftigem Austrieb und vor allem mit großen leuchtend dunkelroten Blättern überraschen. Diese wirkliche Schönheit des Strauches wird nur den mutigen Gärtnern zuteil. Ähnlich verhält es sich mit dem Schmetterlingsstrauch (Buddleia), ganz gleich welche Sorte Sie haben, schneiden Sie diesen bis auf 30 cm oder 50 cm über dem Boden herunter und er wird Sie mit wundervollstem Blütenzauber belohnen.

Hartriegel

Gehölzschnitt und andere Schnitte

Cornus „Midwinter Fire“

Viele Hartriegelsorten (Cornus), die ursprünglich einmal wegen ihrer schön leuchtenden grünen oder roten Triebe im Winter gepflanzt wurden, verblassen im Alter und wollen vitalisiert werden. Also nur mutig an diese herantreten und bis auf 15-20cm über dem Boden mit einer Säge oder Astschere herunter schneiden oder absetzen. Nur die Sorte Cornus sanguinea Midwinter Fire mag den harten Rückschnitt gar nicht. Alle anderen werden Ihnen schon innerhalb weniger Monate zeigen, was in ihnen steckt und lange, farbenfrohe Triebe entwickeln, die schon im darauffolgenden Jahr wieder die volle Höhe des Strauches erreichen können.

Frühjahrs Clematis

Nun aber doch noch kurz etwas zu den gerade jetzt etwas mitgenommen aussehenden Kletterern und vor allem zur Clematis, die momentan blattlos ihr ganzes Chaos an den Tag legt. Das Wichtigste ist hier, sich gemerkt zu haben zu welcher Jahreszeit Ihre Clematis im Vorjahr geblüht haben und welche Spezies.

Alle frühblühenden Clematis, wie C. alpina, C. montana (siehe oben), blühen am Vorjahresholz und fallen in die Gruppe 1 der Clematis, jene, die so wenig Schnitt wie möglich brauchen. Alle drei Jahre sollte man diese dann trotzdem an der Basis um ein Drittel reduzieren, besonders C. montana, damit man sein Haus noch wiederfindet. Die zweite Gruppe, die auch nicht gerne stark geschnitten werden möchte, sind die im Mai/Juni blühenden Diven, also die großblumigen Sorten wie Snow Queen Crimson King, Ville de Lion etc..

Sie wissen, welche ich meine, diejenigen mit den vielen, sternförmig arrangierten großen Blütenblättern in weiß, lila, rosa etc. Auch diese blühen am alten Holz, wie man sagt, also am Vorjahrstrieb. Sie werden jetzt oder auch schon im November leicht zurückgeschnitten und ab und an kann auch – zur Vitalitätsbildung – der eine oder andere Trieb ganz entfernt werden.

Hochsommer Clematis

Die am leichtesten zu schneidenden Clematis (Gruppe3) sind die im Spätsommer blühenden, wie C. viticella Hybriden oder die bei uns eher seltenen gelbblühenden C. texensis. Leicht erkennt man im Frühjahr die Clematis dieser Gruppe, denn sie treiben wie wild aus der Basis der Pflanze und so braucht man lediglich ein wenig Mut, um das ganze Gesträuch vom Vorjahr bis auf 30 cm über dem Boden zurückzuschneiden.

Gabriella Pape

Bilder von Isabelle Van Groeningen

16. Februar 2017 von Isabelle Van Groeningen

Frühling kommt!

Kategorien: Neuigkeiten |

Hamamelis 'Jelena' © 2017 Isabelle van Groeningen

Winterblüher – Hamamelis ‚Jelena‘

Hurra! Seit mehreren Tagen zeigt sich endlich die Sonne. Ich merke, dass nicht nur ich ein Sonnendefizit habe. Alle um mich herum scheinen plötzlich bessere Laune zu haben und fangen an, Frühlingsgedanken zu formulieren. Weiterlesen →

20. Januar 2017 von Gabriella Pape

Magische Birkenstämme

Kategorien: Jahreszeiten | Schlagwörter: , , , |

Birke - Betula ermanii var subcordata © 2017 Isabelle van Groeningen

Die arme Birke ist in den letzten Jahren leider arg in Verruf gekommen, weil immer mehr Allergiker den Birkenpollen die Schuld für ihre Schleimhautentzündung geben. Weiterlesen →

07. Januar 2017 von Isabelle Van Groeningen

Samen für die Saison

Kategorien: Jahreszeiten, Neuigkeiten |

An erste Stelle möchte ich Ihnen allen ein glückliches und erfolgreiches neues Jahr wünschen – auf dass Ihre Träume in Erfüllung gehen! Denn letztendlich geht es genau darum beim Gärtnern: Wenn Sie ein Samentütchen in die Hand nehmen, kaufen Sie nicht nur die Samen, Sie erwerben zur gleichen Zeit eine Handvoll Träume. Weiterlesen →

16. Dezember 2016 von Isabelle Van Groeningen

Das Ende der Saison

Kategorien: Jahreszeiten, Neuigkeiten | Schlagwörter: , , , , |

Staudenbeet im Winter - Ende der Saison © 2016 Isabelle van Groeningen

Staudenbeet im Winter

„Putting the garden to bed“ (Den Garten ins Bett bringen) ist, was der Engländer um diese Jahreszeit tut. Wir natürlich auch. Hier ist es noch wichtiger als dort, dass man den Garten und seine grünen Schätze so gut wie möglich auf – wir wissen nicht was – vorbereitet. Ein harter Winter ist vielleicht besser für das Geschäft, da viele frostgeschädigte Pflanzen ersetzt werden müssen, aber es ist schlecht für die Moral und nicht nur die Kunden verlieren Pflanzen, auch wir verlieren geschätzte Lieblinge. Wenn etwas nach vielen Jahren investierter Liebe scheitert, empfinde ich es immer wie einen persönlichen Verlust. Daher hoffe ich auch in diesem Jahr auf die nicht so harte Winteroption.

Kompost verteilen - Ende der Saison © 2016 Isabelle van Groeningen

Kompost verteilen

Im Staudenbeet wurde schon vor einigen Wochen die Stauden, die im Herbst matschig kollabieren zurückgeschnitten, damit wir ans Beet rankommen um eine dünne Kompostschicht zu verteilen, Rosen anzuhäufeln mit gut gerottetem Mist und Zwiebeln nachzupflanzen. Jetzt sind wir dabei, noch die allerletzte Zwiebel zu pflanzen. Überall in den Beeten wird noch einmal aufgestockt, selbst wenn sie im Frühjahr noch üppig waren. Zierlauch, Tulpen und Kaiserkronen werden noch in die Erde gesteckt; man kann nicht genügend pflanzen. Im Frühjahr, wenn man seine Zwiebelblüher betrachtet, wird man sonst immer konfrontiert mit seinem Geiz aus dem Herbst, wissend wie viel schöner es aussehen würde, wenn man nicht doch noch ein paar mehr gepflanzt hätte. (Um Ihre Entscheidungsfreudigkeit zu unterstützen, bieten wir diese Woche 30% Rabatt auf Zwiebeln…)

Frühjahrszwiebeln - Ende der Saison © 2016 für alle Fotos dieses Beitrags: Isabelle van Groeningen

Großzügigkeit zum Ende der Saison zahlt sich im Frühjahr aus

Am Montag haben wir in unseren Rasenstreifen am Fußweg der Altensteinstrasse entlang mehrere Tausend kleine Zwiebeln gepflanzt. Krokusse, Blausternchen, Traubenhyazinthen und andere Verwandte wurden unter der Grasnarbe verteilt. Nachdem unsere Kunden sich Blumen auf unserem Parkplatzgelände pflücken, habe ich mich nicht getraut, draußen an der Straße Tulpen oder Narzissen zu pflanzen, aus Angst, dass sie sofort der „Fingerfäule“ zum Opfer fallen. Wenn alles klappt wie geplant, wird es dann ab Februar vor der Haustür der Altensteinstrasse 15a einen blühenden, weiß-blau-gelben Teppich geben.

Altensteinstraße Ende der Saison © 2016 Isabelle van Groeningen

Frühjahrszwiebeln am Ende der Saison

Inzwischen ist fast alles eingemottet: Die Gehölze sind geschützt, mit Stroh um den Füßen, einquartiert. Die Rosen stehen, mit Laub eingekuschelt, zwischen den Gewächshäusern und die Stauden befinden sich jetzt im „Freiluft-Haus“ des Gewächshauses, das noch Restaurierung braucht. Die ganz frostempfindlichen Pflanzen stehen im großen Gewächshaus das einigermaßen frostfrei ist, eventuell noch mit extra Schutz von lichtdurchlässigem Fleece. Die, die für kürzere Zeit ein wenig Frost abkönnen, wie der Suppenlorbeer, stehen noch immer draußen geschützt an der Hausfassade – Pflanzen sind letztendlich lieber an der frischen Luft als unter Glas, wo sie anfälliger sind für Ungeziefer und Krankheiten.

Einmotten Ende der Saison © 2016 Isabelle van Groeningen

Pflanzen einmotten

Frostharte Pflanzen, die den Winter im Kübel verbringen, sind immer mehr gefährdet als wenn sie mit den Füßen in der Erde sitzen würden. Besonders wintergrüne Gehölze leiden schnell, wenn tagsüber Minusgrade bei strahlender Sonne herrschen. Hier hilft ein leichtes Fleece als Wind- und Sonnenschutz, damit die Blätter nicht vertrocknen. Während milder Winter sollten Sie unbedingt ab und zu checken, ob die Pflanzen sich nicht über eine Gießkanne Wasser freuen würden.

Lassen Sie Ihre Terrakotta-Kübel nicht flach auf dem Boden stehen, sondern auf kleinen „Füßen“ damit überschüssiges Wasser abfließen kann, um Frostschäden am Topf zu vermeiden. Und vergessen Sie nicht, das Wasser aus den Gefäßen zu lassen und die Wasserhähne abzustellen!

Isabelle Van Groeningen, 16.12.2016

© 2016 für alle Fotos dieses Beitrags: Isabelle van Groeningen

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