Berlin ist eine Reise wert!

07. September 2016 von Gabriella Pape
Kategorien: Die Gartenakademie, Neuigkeiten |

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Bärenstolz!

Und wer noch einen Koffer in Berlin hat, der könnte ihn gefüllt mit Zwiebeln, Pflanzen und anderen Köstlichkeiten aus der Gartenakademie füllen und wieder mit nach Hause nehmen.

Wir, die Königliche Gartenakademie in Berlin Dahlem, sind verliebt in unsere Stadt. Vor allem nach der Urlaubszeit möchten wir uns gemeinsam mit Ihnen für das, was Berlin ausmacht, erneut begeistern. In den nächsten Wochen und Monaten werden wir dann auch hier in diesem Blog die leuchtend-bunte Herbstzeit zelebrieren.

JUNG, FRECH und SEXY erfindet sich unsere Stadt immer wieder neu, so auch wir an der Gartenakademie. In den Nächsten 10 Wochen präsentieren wir Ihnen deshalb das Beste aus Handwerk und Design in Berlin. Wir haben uns natürlich mit dem einzigen anderen Berliner Königshaus, der Königlichen Porzellan-Manufaktur KPM, zusammen getan um die Berliner Porzellanneuheiten und Klassiker an diesem wunderschönen Ort auszustellen.

Eine ganz neue Entdeckung für uns ist die geniale Keramik-, Karton-, Flecht- und Bürstenmanufaktur der Union sozialer Einrichtungen, die hinreißend praktische und originelle Geschenke produziert und bei uns ausstellt.

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Natürlich geht es auch und vor allem um det JRÜN.  Nicht die Berliner Pflanze, die einen in Berlin Aufgewachsenen beschreibt, sondern um das tatsächliche Grün. Um Berliner Gärtner und ihre Züchtungen. Denn unsere Hauptstadt hat einige weltberühmte Gärtner und Pflanzenzüchter hervorgebracht, von denen wir Ihnen über die nächsten Wochen einige vorstellen möchten.

Förstergarten im Oktober 2014

Förstergarten im Oktober 2014

Karl Foerster, einer wenn nicht der bedeutendste Staudenzüchter des 20. Jahrhunderts, kam 1874 in Berlin Westend auf die Welt, und siedelte seine, damals noch kleine, Gärtnerei 1910 nach Bornim um. Von hier aus hat er über die darauffolgenden 60 Jahre hunderte von Neuzüchtungen, von Rittersporn bis Phlox, z.B. die Sorte P. ‘Rauhreif‘ und andere Ersteinführungen, wie Rudbeckia ‘Goldsturm‘ auf den Markt gebracht.

Phlox Rauhreif

Phlox Rauhreif

Aus der Fülle seiner Züchtungen haben wir auch diesen Herbst wieder einige Astern, Gräser und Sonnenbräute für unsere und Ihre Gärten ausgewählt, die wir Ihnen über die nächsten Wochen vorstellen möchten. Seine Pflanzennamen beschreiben so bildlich jede einzelne Züchtung, dass es einem jeden Schreiberling völlig unmöglich scheint , sie mit anderen Worten als den Seinen zu beschreiben.  Z.B. die Aster ‚Abendsonne‘ oder die Chrysantheme ‚Weiße Nebelrose‘. Hinreißend sind seine Gräser wie Deschampsia cespitosa ‚Bronzeschleier‘, die er liebevoll das Haar der Erde nannte.

Das Haar der Erde Deschampsia

Das Haar der Erde Deschampsia

Die Baumschule Späth ist seit fast 300 Jahren aus dem Berliner Pflanzenleben nicht mehr weg zu denken. Begonnen als Gemischtwarenbetrieb, hat sich der Familienbetrieb dann mit dem Samenanbau sowie dessen Vertrieb einen Namen gemacht. Über den Blumenzwiebelanbau kam sie letztendlich zu den Baumschulkulturen. Sie galt sogar Ende des 19. Jahrhunderts als die größte Baumschule der Welt.

An dieser Stelle sei kurz erwähnt, dass die Späth’sche Baumschule auch in diesem Jahr ihren 296 Geburtstag mit einem Traditionsfest am 24. und 25. September auf dem historischen Gelände der Baumschule feiern wird.

Arboretum Spaeth

Arboretum Spaeth

Eine allen wohl allen bekannte Züchtung aus der Berliner Baumschule Späth ist der Flieder Syringa ‘Andenken an Ludwig Späth‘. Ein Baum, der aus Berlin nicht weg zu denken ist, ist die Berliner oder Moltke Linde die 1883 entstanden ist. Es gibt allerdings eine neue bessere Linde mit dem Namen Tilia ‘Merkur‘, welche von der Baumschule Späth vor kurzen gezüchtet wurde. Sie bietet dem rauen Stadtklima prima die Stirn und wird dabei nicht ganz so groß wie ihr Vorgänger. Eine wiederentdeckte Erle ist Alnus x späthii. Sie ist besonders vital mit purpurnen Austrieb und dunkelrote Herbstfärbung.

Syringa vulg. Andenken an Ludwig Spaeth

Syringa vulg. Andenken an Ludwig Spaeth

Für die Monate in denen das Balkonleben wetterbedingt eingestellt ist, hat sich eine besonders nette Tradition eingenistet, die allerdings nur noch in Altbauwohnungen anzufinden ist. Die Platzierung von bepflanzten Töpfen zwischen den Doppelfenstern. Über die Jahre hat sich sogar ein speziell dafür hergestellter Topf für diesen Zweck entwickelt, er ist etwas höher und schlanker als andere und ist somit ideal, um vor allem die sehr beliebten Alpenveilchen zwischen den Fenstern zu platzieren. Die Königliche Gartenakademie hat einen Bestand dieser Töpfe retten können.

Einer der ersten großen Alpenveilchenzüchter aus Berlin war Kiausch, der Anfang des 20. Jahrhunderts jährlich schon bis zu 25.000 Alpenveilchen heranzog.

Alte_Toepfe_KGA_2006

Berlin ist nicht nur eine bunte, lebhafte Stadt, sondern auch eine sehr grüne.

Schauen Sie einfach mal vorbei.

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Gabriella Pape

Über Gabriella Pape

Nach ihrer Ausbildung in der renommierten Baumschule Lorenz von Ehren, studierte die gebürtige Hamburgerin Gabriella Pape in Großbritannien Biologisch Dynamische Landwirtschaft, Horticulture und Landschaftsarchitektur. Nachdem sie ihre Studien am größten Botanischen Garten der Welt, Kew Gardens in London, mit Auszeichnung abgeschlossen und darüber hinaus ein Diplom für Landschaftsarchitektur der Universität Greenwich erworben hatte, machte sie sich selbständig: Im Jahr 1992 gründete sie zusammen mit der Pflanzenexpertin und Gartenhistorikerin Dr. Isabelle Van Groeningen, die ebenfalls in Kew Gardens studiert hatte, das Gartendesignstudio LANDART in England. Die beiden Gartendesignerinnen haben sich durch ihre vielseitigen und umfangreichen Garten- und Parkgestaltungen in Europa, Südamerika und Asien einen Namen gemacht, der es ihnen ermöglicht, dieses Wissen auch weiterzuvermitteln. Neben vielen anderen Auszeichnungen gewannen Gabriella Pape und Isabelle Van Groeningen im Jahr 2000 eine Goldmedaille und den Titel „Best in Show“ der Royal Horticultural Society für ihren Showgarten auf der Hampton Court Flower Show. Im Frühjahr 2007 erhielten sie die Silver Gilt Medaille auf der Chelsea Flower Show für ihre Kreation eines Senkgartens in Anlehnung an die Gartengestaltungskunst des berühmten deutschen Staudenzüchters Karl Foerster. Eine Auszeichnung, die unter Gartendesignern mit dem Oscar in der Filmwelt verglichen wird. Im Jahr 2008 gründeten Gabriella Pape und Isabelle Van Groeningen in Berlin Dahlem die Königliche Gartenakademie als ein Zentrum für Gartenkultur.