Endlich sind alle unsere Zwiebeln angekommen …

23. September 2016 von Thea Carlin
Kategorien: Jahreszeiten, Neuigkeiten | Schlagwörter: , , , , , |

Und vom ersten Moment an tummeln sich nicht die Bienen, sondern die Gartenbegeisterten in unserem Zwiebelhaus. Da die Auswahl so verführerisch war, haben wir den Zwiebeln auch in diesem Jahr ein ganzes großes Gewächshaus gewidmet und tüten dort seit Anfang September mit großem Eifer die Knollen für Sie ein.

Tausende Tütchen mit Zwiebeln werden gepackt

Tausende Tütchen mit Zwiebeln werden gepackt

Auch unsere Katzen lieben seit eh und je diese Jahreszeit, ist es doch auf den Zwiebeln ganz besonders kuschelig und der Duft unwiderstehlich.

Karlchen in den Zwiebeln

Karlchen in den Zwiebeln

Für die ganz Ungeduldigen unter Ihnen empfehlen wir jetzt noch schnell die herbstblühenden Zwiebeln wie Herbstzeitlose, Crocusse, Gartenalpenveilchen und Herbst-Goldbecher in die Erde zu bringen. Denn wie der Name verrät, blühen sie auch in Kürze, also noch in diesem Herbst. Die Gartenalpenveilchen (Cyclamen hederifolium) blühen gerne im Halbschatten, in weiß, rosa oder lila und haben die schöne Angewohnheit, sich über die Jahre in größeren Flächen auszubreiten.

Cyclamen hederifolium

Cyclamen hederifolium – Alpenveilchen

Ebenfalls im Halbschatten oder auch in der Sonne fühlen sich die Herbstzeitlosen (Colchicum autumnale) wohl.

Colchicum autumnale

Colchicum autumnale – Herbstzeitlose

Die Blüte der Herbstzeitlosen ist leider nicht so stabil. Am besten steht sie im Gras, wo die Halme sie stützen, denn die Blätter erscheinen erst im kommenden Frühjahr. Colchicum speciosum wird nicht ganz so hoch, steht daher etwas stabiler. Eine lustige Sorte ist die ‚Waterlily‘, sie bringt Unmengen von gefüllten kräftig rosa Blüten hervor.

Relativ unbekannt ist der Goldcrocus (Sternbergia lutea). Er blüht in ungewöhnlich kräftigem Gelb in voller Sonne. Dieser Krokus braucht sehr durchlässigen Boden.

Sternbergia lutea

Sternbergia lutea

Crocus speciosus gehört ebenfalls zu den Herbstblühern. Diese Art eignet sich besonders gut zum Verwildern. In hell bis dunkelvioletten Farben kann er große Flächen füllen. Wenn das Rasenmähen nicht mehr so im Vordergrund steht macht er sich auch gut im Rasen.

Ein besonderer Crocus ist Crocus sativus, der Safrancrocus, aus dessen Stempelfäden das berühmte Gewürz gewonnen wird. Um Blüten zu bilden, benötigt er mindestens Temperaturen um 15°C, doch da er im Oktober seine Blütezeit hat, schafft er es in unseren Breiten nicht immer, zur Blüte zu kommen. Seine Zwiebeln mögen ein feuchtes Frühjahr und einen trockenen Sommer. Der Safrancrocus eignet sich aber nicht zum Einpflanzen in den Rasen, da er sich nicht gut gegen die Rasenwurzeln durchsetzen kann. Und wer einmal die winzigen Staubfäden gesehen hat, weiß, warum das Gewürz so teuer ist: Ein Pflücker kann an einem ganzen Tag davon nur 80 Gramm ernten.

Crocus sativus Safrankrokus

Crocus sativus Safrankrokus

Eine Besonderheit ist die im Herbst blühende Knotenblume (Leucojum autumnale). Sie ist eine reizende Liebhaberpflanze, die fein duftet und länger als ihre Vertreter aus dem Frühling blüht. Sie ist erstaunlich anspruchslos und wenn man ihre Blätter nicht ausversehen mit Gras verwechselt und rausreißt, kann sie sich gut vermehren.

Leucojum autumnale / Herbstknotenblume

Leucojum autumnale / Herbstknotenblume

Zum Schluss noch ein guter Rat: Kaufen Sie Ihre Zwiebeln in Fachgärtnereien, um Sortenreinheit zu versichern. Bestellen Sie Ihre Zwiebeln rechtzeitig, falls die Nachfrage groß ist und bringen Sie die herbstblühenden Zwiebeln gleich nach Erhalt in die Erde. Ansonsten könnte es Ihnen passieren, dass sie schön die Blüten aus der Tüte herausschieben. Das ist lustig, aber nicht Sinn der Sache.

Zwiebeln © Thea Carlin

Zwiebeln © Thea Carlin

Viel Spaß beim ‚Tütchensammeln‘ wünscht Ihnen

Thea Carlin

Thea Carlin

Über Thea Carlin

Thea Carlin, Chefgärtnerin der Königlichen Gartenakademie Schon als Kind ging Thea Carlin im Haus des berühmten Staudenzüchters Karl Foerster ein und aus, da ihre Eltern zu den Mitgliedern des Freundeskreises um Karl Foersters gehörten. Hier bekam sie mit Sicherheit schon in jungen Jahren die erste Idee, Gärtnerin zu werden, und begann später dann eine Lehre über Bornimer Staudenkulturen in der ehemaligen Gärtnerei Karl Foersters. Dort war sie nach Beendigung der Lehre über 12 Jahre als Staudengärtnerin tätig. Dann betrieb sie eine eigene Gärtnerei in Mecklenburg bis zur Wende. Danach übernahm sie die Pflege von Privatgärten und -parks und arbeitete einige Jahre im Garten- und Landschaftsbau. Auf Empfehlung von Marianne Foerster, der Tochter von Karl Foerster, bewarb sich Thea Carlin im Jahr 2007 als Staudengärtnerin in der damals noch entstehenden Königlichen Gartenakademie, die sie mit gebaut und mit aufgebaut hat. Thea Carlin ist seither die Chefgärtnerin der Königlichen Gartenakademie.