Goodbye Halloween – Hello pumpkins!

01. November 2016 von Gabriella Pape
Kategorien: Herbst, Jahreszeiten, Pflanzen | Schlagwörter: , , , |

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Kürbisernte © Isabelle van Groeningen

Kürbisernte © Isabelle van Groeningen

Kürbisse im Garten und in der Küche

Es ist wieder vorbei! Das Kürbis-Theater haben wir auch in diesem Jahr überstanden. Nun gilt es, die Reste zu verarbeiten. Mein Lieblingsrezept ist einfach: den Kürbis schnell in Scheiben geschnitten, die Kerne entfernt und dann im vorgeheizten Ofen ca. 25-30 Minuten geröstet. Das Ganze nur mit ein wenig Olivenöl bepinseln und mit Salz, Pfeffer und ein wenig Muskatnuss besprenkeln.

Kürbisvielfalt © Isabelle van Groeningen

Kürbisvielfalt © Isabelle van Groeningen

Was wir dem Halloween-Phänomen offensichtlich zu verdanken haben, ist die Tatsache, dass es seit einigen Jahren viele neue Sorten und Hybriden gibt. Die haben mit der großen, geschmacklosen, von uns gnadenlos ausgehöhlten, orangenen Kugel, nur noch wenig gemein.

Ich habe hier die besten Sorten für Sie recherchiert, damit Sie sich diese für’s nächste Jahr als Samen besorgen können. Denn die besten Sorten sind schnell vergriffen. Und glauben Sie bitte nicht, dass Sie die im Winter gekauften Kürbiss-Sorten im nächsten Jahr wieder als Frucht ernten können, denn dies haben die Züchter natürlich zu verhindern gewusst. Die meisten ungewöhnlichen Sorten sind F1 Hybriden, d.h. der Nachwuchs ist nicht sortenrein.

Kürbis mit Sonnenblumen © Isabelle van Groeningen

Kürbis mit Sonnenblumen © Isabelle van Groeningen

Und hier ein wenig Hintergrundwissen zu diesen dicken Gartenlümmeln. Diese Pflanzen stammen aus Amerika und gehören der Familie der Gurkengewächse an, weshalb ich sie zu den Gartenlümmeln zähle, da sie, einmal in Gang gekommen nicht aufzuhalten sind. Haben Sie schon mal versucht, einen Kürbis zu bändigen oder in eine ganz bestimmte Richtung zu lenken? Na, dann viel Spaß! Ein Kürbis kann bis zu neun Meter lange Triebe entwickeln. Deswegen rate ich dazu, den Kürbis nicht nur aufgrund seiner Frucht auszuwählen, sondern auch auf die möglichen Auswucherungen zu achten, denn er kann durchaus 30-40 qm in Anspruch nehmen. Daher pflanze ich meine Kürbisse gerne auf dem Vorjahreskompost, dort stört er nicht und kann ganz gemütlich vor sich hin lümmeln.

Bodendecker © Isabelle van Groeningen

Bodendecker © Isabelle van Groeningen

Die besten Kürbissorten

Damit man auch in unseren Breiten richtig große Kürbisse ernten kann, sollte man die Kerne im frühen Sommer setzen. Denn ein guter Kürbis braucht fünf bis sechs Monate bis er ausgereift ist; beim ersten Frost zerfallen seine Triebe und Blätter zu einem matschigen Häufchen und er stellt sein Wachstum ein. Für besonders kalte Regionen sollte man früh reifende Sorten wählen, wie ‚Sweet Lightening’, der sich auch gut lagern lässt. Weil Kürbisse dazu neigen, von Mehltau befallen zu werden, sollten die Sorten eine gute Mehltauresistenz aufweisen, wie z.B. die sehr leckere Sorte ‚Sunshine’, deren Ertrag überschaubar, das Fruchtfleisch aber von exzellenter Qualität ist. ‚Sunshine’ und ‚Honey Bear’ wachsen auch nicht so ausufernd.

Kürbis zwischen Stauden © Isabelle van Groeningen

Kürbis zwischen Stauden © Isabelle van Groeningen

Der hellgrüne ‚Crown Prince‘ hat große Früchte, lässt sich hervorragend lagern und ist ausgesprochen köstlich im Geschmack. Sie wissen schon – dieses nussig Süße, das man bei vielen Kürbissen vermisst, das hat der Prinz. Sonnenliebend ist ‚Butternut Waltham‘ mit seiner eigenartigen länglichen Form und heller Haut. Wegen seines nussigen Aromas ist diese Sorte zum Rösten besonders gut geeignet.

Geschmacklich ebenfalls exzellent ist der dunkelhäutige ‚Futsu‘, dessen Geschmack noch besser ist als ‚Musquée de Provence‘.

Squash Futsu © Isabelle van Groeningen

Squash Futsu © Isabelle van Groeningen

Wer sich Farbe wünscht, sollte die Sorte ‚Sunspot’ wählen. Dieser Kürbis hat ganz tief oranges Fruchtfleisch und eine gute Textur. Wer viel ernten möchte und eher kein Orange mag, kann es mit dem gelben, grüngefleckten ‚Heart of Gold’ oder ‚Sweet Dumpling’ probieren.

Geschmack und Lagerfähigkeit

Natürlich gibt es Hunderte von Sorten, doch weisen die hier aufgeführten alle mir wichtigen Qualitäten auf, vor allem sanftes Fruchtfleisch, nussig süßer Geschmack, Mehltauresistenz (die meisten) und Lagerfähigkeit. Wobei die Lagerfähigkeit höchst wichtig ist, denn wer wie ich schon jetzt größere Mengen an Kürbis, als Suppe, Püree oder geröstet gegessen hat, der kann die Dinger zu Halloween schon nicht mehr sehen. Doch im Dezember freue ich mich bestimmt wieder auf ein wärmendes Süppchen.

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Gabriella Pape

Über Gabriella Pape

Nach ihrer Ausbildung in der renommierten Baumschule Lorenz von Ehren, studierte die gebürtige Hamburgerin Gabriella Pape in Großbritannien Biologisch Dynamische Landwirtschaft, Horticulture und Landschaftsarchitektur. Nachdem sie ihre Studien am größten Botanischen Garten der Welt, Kew Gardens in London, mit Auszeichnung abgeschlossen und darüber hinaus ein Diplom für Landschaftsarchitektur der Universität Greenwich erworben hatte, machte sie sich selbständig: Im Jahr 1992 gründete sie zusammen mit der Pflanzenexpertin und Gartenhistorikerin Dr. Isabelle Van Groeningen, die ebenfalls in Kew Gardens studiert hatte, das Gartendesignstudio LANDART in England. Die beiden Gartendesignerinnen haben sich durch ihre vielseitigen und umfangreichen Garten- und Parkgestaltungen in Europa, Südamerika und Asien einen Namen gemacht, der es ihnen ermöglicht, dieses Wissen auch weiterzuvermitteln. Neben vielen anderen Auszeichnungen gewannen Gabriella Pape und Isabelle Van Groeningen im Jahr 2000 eine Goldmedaille und den Titel „Best in Show“ der Royal Horticultural Society für ihren Showgarten auf der Hampton Court Flower Show. Im Frühjahr 2007 erhielten sie die Silver Gilt Medaille auf der Chelsea Flower Show für ihre Kreation eines Senkgartens in Anlehnung an die Gartengestaltungskunst des berühmten deutschen Staudenzüchters Karl Foerster. Eine Auszeichnung, die unter Gartendesignern mit dem Oscar in der Filmwelt verglichen wird. Im Jahr 2008 gründeten Gabriella Pape und Isabelle Van Groeningen in Berlin Dahlem die Königliche Gartenakademie als ein Zentrum für Gartenkultur.