Das Ende der Saison

16. Dezember 2016 von Isabelle Van Groeningen
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Staudenbeet im Winter - Ende der Saison © 2016 Isabelle van Groeningen

Staudenbeet im Winter

„Putting the garden to bed“ (Den Garten ins Bett bringen) ist, was der Engländer um diese Jahreszeit tut. Wir natürlich auch. Hier ist es noch wichtiger als dort, dass man den Garten und seine grünen Schätze so gut wie möglich auf – wir wissen nicht was – vorbereitet. Ein harter Winter ist vielleicht besser für das Geschäft, da viele frostgeschädigte Pflanzen ersetzt werden müssen, aber es ist schlecht für die Moral und nicht nur die Kunden verlieren Pflanzen, auch wir verlieren geschätzte Lieblinge. Wenn etwas nach vielen Jahren investierter Liebe scheitert, empfinde ich es immer wie einen persönlichen Verlust. Daher hoffe ich auch in diesem Jahr auf die nicht so harte Winteroption.

Kompost verteilen - Ende der Saison © 2016 Isabelle van Groeningen

Kompost verteilen

Im Staudenbeet wurde schon vor einigen Wochen die Stauden, die im Herbst matschig kollabieren zurückgeschnitten, damit wir ans Beet rankommen um eine dünne Kompostschicht zu verteilen, Rosen anzuhäufeln mit gut gerottetem Mist und Zwiebeln nachzupflanzen. Jetzt sind wir dabei, noch die allerletzte Zwiebel zu pflanzen. Überall in den Beeten wird noch einmal aufgestockt, selbst wenn sie im Frühjahr noch üppig waren. Zierlauch, Tulpen und Kaiserkronen werden noch in die Erde gesteckt; man kann nicht genügend pflanzen. Im Frühjahr, wenn man seine Zwiebelblüher betrachtet, wird man sonst immer konfrontiert mit seinem Geiz aus dem Herbst, wissend wie viel schöner es aussehen würde, wenn man nicht doch noch ein paar mehr gepflanzt hätte. (Um Ihre Entscheidungsfreudigkeit zu unterstützen, bieten wir diese Woche 30% Rabatt auf Zwiebeln…)

Frühjahrszwiebeln - Ende der Saison © 2016 für alle Fotos dieses Beitrags: Isabelle van Groeningen

Großzügigkeit zum Ende der Saison zahlt sich im Frühjahr aus

Am Montag haben wir in unseren Rasenstreifen am Fußweg der Altensteinstrasse entlang mehrere Tausend kleine Zwiebeln gepflanzt. Krokusse, Blausternchen, Traubenhyazinthen und andere Verwandte wurden unter der Grasnarbe verteilt. Nachdem unsere Kunden sich Blumen auf unserem Parkplatzgelände pflücken, habe ich mich nicht getraut, draußen an der Straße Tulpen oder Narzissen zu pflanzen, aus Angst, dass sie sofort der „Fingerfäule“ zum Opfer fallen. Wenn alles klappt wie geplant, wird es dann ab Februar vor der Haustür der Altensteinstrasse 15a einen blühenden, weiß-blau-gelben Teppich geben.

Altensteinstraße Ende der Saison © 2016 Isabelle van Groeningen

Frühjahrszwiebeln am Ende der Saison

Inzwischen ist fast alles eingemottet: Die Gehölze sind geschützt, mit Stroh um den Füßen, einquartiert. Die Rosen stehen, mit Laub eingekuschelt, zwischen den Gewächshäusern und die Stauden befinden sich jetzt im „Freiluft-Haus“ des Gewächshauses, das noch Restaurierung braucht. Die ganz frostempfindlichen Pflanzen stehen im großen Gewächshaus das einigermaßen frostfrei ist, eventuell noch mit extra Schutz von lichtdurchlässigem Fleece. Die, die für kürzere Zeit ein wenig Frost abkönnen, wie der Suppenlorbeer, stehen noch immer draußen geschützt an der Hausfassade – Pflanzen sind letztendlich lieber an der frischen Luft als unter Glas, wo sie anfälliger sind für Ungeziefer und Krankheiten.

Einmotten Ende der Saison © 2016 Isabelle van Groeningen

Pflanzen einmotten

Frostharte Pflanzen, die den Winter im Kübel verbringen, sind immer mehr gefährdet als wenn sie mit den Füßen in der Erde sitzen würden. Besonders wintergrüne Gehölze leiden schnell, wenn tagsüber Minusgrade bei strahlender Sonne herrschen. Hier hilft ein leichtes Fleece als Wind- und Sonnenschutz, damit die Blätter nicht vertrocknen. Während milder Winter sollten Sie unbedingt ab und zu checken, ob die Pflanzen sich nicht über eine Gießkanne Wasser freuen würden.

Lassen Sie Ihre Terrakotta-Kübel nicht flach auf dem Boden stehen, sondern auf kleinen „Füßen“ damit überschüssiges Wasser abfließen kann, um Frostschäden am Topf zu vermeiden. Und vergessen Sie nicht, das Wasser aus den Gefäßen zu lassen und die Wasserhähne abzustellen!

Isabelle Van Groeningen, 16.12.2016

© 2016 für alle Fotos dieses Beitrags: Isabelle van Groeningen

Isabelle Van Groeningen

Über Isabelle Van Groeningen

Dr. Isabelle Van Groeningen – Zur Person Isabelle Van Groeningen ist eine international anerkannte Gartenhistorikerin, -designerin und –beraterin, die ihre langjährige Erfahrung in diesen Bereichen sowohl durch Vorlesungen und Vorträge als auch durch schriftliche Beiträge in der Fachliteratur weitergibt. 1983 übersiedelte sie von ihrem Geburtsland Belgien nach England, um Horticulture an den Royal Botanic Gardens Kew zu studieren. Nach erfolgreichem Abschluss mit dem „Kew Diploma in Horticulture“ fertigte sie ihre Doktorarbeit im Fach historische Garten- und Landschaftsrestaurierung an der York University an. Ihr besonderes Interesse gilt der Anordnung von Stauden im Garten, von der traditionellen englischen Staudenrabatte bis hin zur lockereren ökologisch-orientierten Pflanzweise, wie sie in Deutschland und den Niederlanden praktiziert wird. Gartendesign 1992 gründete Isabelle Van Groeningen zusammen mit Gabriella Pape die Firma Land Art Ltd., deren Projekte seit Anbeginn einen weiten Bereich abdecken und sich – je nach Auftraggeber und Situation – mit historischen ebenso wie modernen Gartenanlagen befassen. Im Jahre 2000 gewann Land Art Ltd. bei der Hampton Court Flower Show eine Goldmedaille und die „Best in show“-Auszeichnung für den bis dahin größten Schaugarten mit dem Titel „Go Organic“. Dazu kam 2007 die zweithöchste Auszeichnung, eine „Silver Gilt“–Medaille, bei der weltberühmten Chelsea Flower Show für einen im Auftrag des Daily Telegraph geschaffenen Schaugarten: ein von Karl Foersters Senkgarten in Bornim bei Potsdam inspirierter Garten. Isabelle Van Groeningen hat sich schon frühzeitig dem biologischen Gärtnern verschrieben und sich zum Ziel gesetzt, umweltfreundliche Gärten schaffen. Dabei ist zum Beispiel der sparsame Umgang mit Wasser ein wichtiger Faktor sowohl bei der Gesamtgestaltung des Gartens als auch bei der Auswahl der Pflanzen.