Die Frühjahrssonnenstrahlen: Narzissen

Narcissus 'Thalia' © Isabelle van Groeningen

Da Herbst Zwiebelpflanzzeit ist, möchte ich diese Woche meine Liebe zu Narzissen teilen, in der Hoffnung, dass es Sie motiviert noch einige in der Erde zu verstecken bevor es zu spät ist.

Herkunft

Die ursprünglichen Wildsorten, von welchen unsere bekannten, fröhlichen Narzissen stammen, kommen hauptsächlich aus Süd-Europa und Nordwest-Afrika. Besonders die Iberische Halbinsel hat viele schöne Sorten, aber sie kommen auch aus Südfrankreich und weiter östlich bis in die Balkanländer, und N. tazetta aus Israel (Diese ist die einzige die keine Kälteperiode braucht bevor sie im Frühjahr blühen kann).

Narzissen sind allerdings viel weiter nördlich verwildert. In der Eiffel, Belgien und auch im Lake District sowie Südschottland gibt es größere natürlich vorkommende Narzissenkolonien, die wahrscheinlich im Laufe der Zeit eingeführt wurden und von alleine verwildert sind.

Sie stammen aus Grasland bis feuchtere Wiesen oder sogar Brachrand, am Waldrand oder auch höher gelegen Alpine Wiesen. Einigen lieben es eher trocken, fast alle mögen es eher säuerlich statt alkalisch.

Die Ägypter, Griechen und alte Römer haben Narzissen zur Dekoration verwendet, in unseren Gärten werden sie schon seit Jahrhunderten kultiviert. Selbst wenn sie nicht ganz so populär waren wie die Tulpen, meldete Bessler in seine Hortus Eystettensis schon in 1613 43 unterschiedliche Narzissen. In den letzten Jahren ist deren Popularität so sehr gestiegen, dass sie in die Niederländischen Zwiebelfelder jetzt Platz drei einnehmen, wo sie doch vor wenigen Jahren noch auf Platz sechs standen (Die Tulpe ist nach wie vor ganz oben auf der Liste).

Giftig

Narzissen sind giftig (allerdings müsste man größere Mengen verzehren um zu sterben aber da sie nicht besonders lecker schmecken, ist das unwahrscheinlich). Sie enthalten Alkaloiden die uns wie Galantamin sind, da sie in der Medizin zur Behandlung von Alzheimer Erkrankung eingesetzt werden.

Unterschiedliche Narzissen-Sorten – unterschiedliche Formen

Farblich sind die meisten in unterschiedlichen Gelbtönen, sowie creme und weiß, währenddessen andere Sorten eine orange, fast rötliche Nebenkrone, oder zartrosa Nebenkrone haben.

Die Blüte hat zwei Teile: die Perigonblätter, meistens sechs (die äußere „Hauptkrone“), die abhängig von der Art sehr unterschiedlich sein können. Einige sind eher nach vorne gerichtet, andere in rechter Winkel zur Trompete, oder auch richtig zurückgefaltet. Die Nebenkrone ist entweder trompetenförmig, becherförmig oder eine Schale. Bei einigen Sorten sehen sie eher aus wie eine lange Schnute oder Trompete, anderen ein eher bescheidenes Mündchen wovon die Lippen gerade „O“ sagen. Einige sind verrückt gefüllt.

Oft sind genau die verrückteste gefüllte die alten Sorten, wie die weiße, duftende NarcissusAlbus Plenus Odoratus‘ die Carolus Clusius schon in 1590 in seinem Garten hatte. Auch die Narcissus x odorusPlenus‘ war schon 1601 bekannt mit ihre warm-gelbe gefüllte Blüten und starkem Parfum.

Narzissen für Sonne bis Halb-Schatten

Da sie meistens früh genug blühen, bevor Bäume ihr Laub entwickeln, sind viele geeignet für halb schattige Positionen.

Narzissen - Narcissus 'Dutch Master' © Isabelle van Groeningen

Narcissus ‚Dutch Master‘

Derjenige, der eine klassische Osterglocke sucht, ist gut bedient mit „Dutch Master“  eine dicke, fette, richtig gelbe traditionelle Blüte.

Febuary Gold‘ ist ein Klassiker der lange zwischen März-April Blüht, bis zu 25cm hoch. Als Cyclamineus- oder Alpenveilchen-Sorte hat sie leicht zurückgezogene zartgelbe Kronblätter, die Nebenkrone etwas dunkler. Sie eignet sich gut zum Verwildern. Etwas größer, mit längere „Schnute“ und starker zurückgefalteten „Ohren“ ist mein Favorit ‘Peeping Tom‘. In größeren Mengen gepflanzt, wird man bei jeder Gartenbegehung von diesen fröhlichen Gesichtern eifrig begrüßt. Ganz stark zurückgefaltete Ohren hat die kleine ‘Jetfire‘, mit kürzerer orange farbiger Trompete.

Narzissen - Narcissus 'Lemon Drop' © Isabelle van Groeningen

Narcissus ‚Lemon Drop‘

März-April ist auch die Zeit für ‘Stint‘ (20-25cm) in Zitronengelb oder die etwas später blühende stark duftende ‘Thalia‘ (40cm) weiß. Beiden gehören zu den Engelstränen-Narzissen, mit zierliche Blüten zwei bis drei pro Stiel. ‘Lemon Drops‘ und die groß-kronige Sorte ‘Ice Follies‘ haben eine zarte, zitronig gelbe offene Nebenkrone und creme farbige Blüte.  Warmes gelb, fast orange ist ‘Orange Queen‘.

Narzissen - Narcissus 'Orange Queen' © Isabelle van Groeningen

Narcissus ‚Orange Queen‘

Narcissus pseudonarcissus ssp. obvallaris, bekannt als die Tenby Narzisse, ist die Nationalblüte von Wales, obwohl sie ursprünglich wahrscheinlich aus Italien stammt.  Diese kleine 30cm hohe fröhlich gelbe zierliche Narzisse ist ideal zum Verwildern. Etwas kleiner und sehr früh ist Narcissus pseudonarcissus ssp. lobularis verwildert in Nordfrankreich und Belgien. Die warm gelbe Trompete ist gerahmt von zierliche cremegelbe Perigonblätter.

Zierlich, klein und fein sind N. jonquillaScabrosa‘, N. ‘Minnow‘ und N.‘Cocopelli‘.

Für den Steingarten oder Topf

Kleinere Narzissen verlieren sich öfter etwas zwischen größeren Gehölzen und übergreifenden Stauden und sind daher besser geeignet für den Steingarten. Sehr fein ist die 15-20cm hohe N. ‘Segovia‘ mit kleiner, kurzer grüngelber Schale, auf rein weißen relativ breiten Perigonblätter, fast wie eine Dichternarzisse in Klein. Ähnlich, aber gelber, ist ‘Lieke‘.

Narcissus 'Lieke' © Isabelle van Groeningen

Narcissus ‚Lieke‘

Die Reifrocknarzisse N. bulbocodium Sorten sind zierlich und fein. Deren Perigonblätter sind kaum sichtbar, stattdessen haben sie eine trichterförmige Trompete mit Krepppapier Textur.

Pflanzen

Narzissen-Zwiebeln © Isabelle van Groeningen

Narzissen-Zwiebeln

Wichtig beim Einpflanzen ist das sie die Zwiebel Tief genug einsetzen, die Faustregel 3x die Höhe der Zwiebel, in den meisten Fällen ist das zwischen 10 und 15cm Tiefe. Düngen sie im Frühjahr mit einem Zwiebeldünger oder Kali-reicher Dünger, und geben sie die Pflanze die Zeit um nach der Blüte sich in Ruhe zurück zu ziehen, schneiden sie das Laub nicht runter bevor es braun geworden ist!