Laub   

Cercis 'Forest Pansy' Laub © Isabelle van Groeningen

Cercis ‚Forest Pansy‘

Monatelang haben sie uns einen Gefallen getan, die Blätter der Bäume. Sie haben kühlen Schatten gespendet, sie haben fleißig jeden Tag CO2 absorbiert und dafür wertvollen Sauerstoff abgegeben. Staubpartikel werden abgefangen und ganz wichtig: sie absorbieren Lärm. Dabei haben wir noch gar nicht von der Optik geredet, wie schön die grüne Kulisse wohl ist, die Bäume uns bieten.

Vitis coignetiae mit Herbst-Laub © Isabelle van Groeningen

Vitis coignetiae

Jetzt plötzlich werden sie gehasst. Jetzt wo sie sich noch einmal richtig Mühe geben und sich für uns in ihr schönstes Herbstkleid umgezogen haben und das Laub ganz bunt und farbenreich wie Konfetti herunterflattert. Hier fängt der Punkt an, wo bei manch einem Mordgedanken auftauchen und sie am liebsten zu der Kettensäge greifen würden und den ganzen Baum absägen möchten. Diese Lösung würde zwar das Problem lösen, aber unsere Umwelt wesentlich unangenehmer machen.

Also was tun mit den ganzen ungewünschten Blättern?

Bevor sie zur Harke greifen, denken Sie mal nach, ob es wirklich notwendig ist. Lassen Sie den Laubbläser aus. Er macht Sie unbeliebt in der Nachbarschaft und verursacht noch mehr Umweltverschmutzung, gerade dann, wenn die Bäume es nicht mehr abfangen können. Harken hilft ihre Oberkörpermuskulatur in Schuss zu halten.

Was macht die Natur mit dem ganzen Laub?

Nichts ist schöner um diese Jahreszeit, als im Wald einen Spaziergang zu machen. Die Herbstsonne strahlt durch die Bäume und hinterlässt ihr schönes Schattenspiel, während die Füße große Laub Böen aufschmeißen. Ihre Spuren werden hinterher schnell wieder verwischt, sobald ein wenig Wind es wieder zu einer glatten Decke sortiert.

Im Wald ist niemand der pustet oder harkt. Nichts wird entfernt, um- oder eingebuddelt. Das Laub bleibt einfach liegen und trotzdem wird der Waldboden nicht von Jahr zu Jahr höher. Im Wald, wie in Ihrem Garten, sind eine Menge Mitbewohner zu Gange, dessen Aufgabe es ist, das wunderbare Recycling- oder Ökosystem, das die Natur sich ausgedacht hat instand zu halten.

Die Mitarbeiter

Alle helfen mit: Wühlmäuse und Maulwürfe wurden uns nicht geschickt, um Gärtner zu ärgern. Ihre Funktion ist es, den Boden locker zu halten, Drainage zu befördern und die Schichten sanft durcheinander zu wühlen. Würmer sind auch fleißige Helfer bei der Verbesserung der Bodenstruktur, dem Auflockern und Lüften mit ihrer Tunnelaktivität. Sie, zusammen mit noch vielen anderen Organismen, die im Garten leben, sind ein wichtiger Bestandteil in der Bearbeitung und Umsetzung des Laubes vom Blatt in organisches Material. Insekten, Pilze, Nematoden und Bakterien stehen an ihrer Seite und machen fleißig mit. Der ganze Prozess läuft nicht über Nacht. Es braucht schon einige Jahre, bevor ein Blatt dem Baum wieder als wertvoller Nährstoff zur Verfügung steht.

Bunt - Die Farbe des Herbstes © Isabelle van Groeningen

Bunt – Die Farbe des Herbstes

Ausnahme Rasen:

Es gibt natürlich einige Ausnahmen, wo es wichtig ist zu harken. Der Rasen steht dort wohl an erste Stelle. Wenn dicke Pakete Blätter den Winter lang liegen bleiben, wird das Gras an der Stelle im Frühjahr nicht besonders glücklich aussehen. Es braucht Licht und Luft um gut über den Winter zu kommen. Am einfachsten sammeln Sie das Laub mit dem Rasenmäher. Hiermit ist es schon mal geschreddert und es hat weniger Volumen, es wird schneller kompostiert und hat den Rasenschnitt, der als Beschleuniger funktioniert mit drin.

Rutschgefahr auf Wegen:

Achten sie darauf, dass Wege nicht gefährlich werden durch nasse Blätter. Hier kann fegen ratsam sein.

Wasser:

Vermeiden Sie, dass dicke Pakete Laub im Teich landen. Es ist leichter es herauszuheben, wenn es gerade frisch gefallen ist, als wenn es sich zu dicken nassen Paketen auf dem Boden gesammelt hat.

Wohin mit dem Laub?

Wenn es nicht auf den Beeten liegenbleiben kann oder zwischen die Gehölze gekehrt wird, sollten Sie es einsammeln und in Drahtkäfigen kompostieren lassen oder, wenn kein Platz zur Verfügung steht, es in Säcke packen und in einer Ecke abstellen. (Es gibt auch Jutesäcke, die mit der Zeit mitkompostieren). Es wird einige Jahre dauern, bis aus dem Laub wieder richtig schöne Erde geworden ist, aber es ist wunderbar, als Teil Ihrer eigenen Pflanzerdemischung oder als Bodenverbesserung beim Pflanzen von Gehölzen und Stauden.

Schattenliebhaber

Denken sie daran, dass die Pflanzen, die Schatten vertragen, wie Kaukasus-Vergiss-Mein-Nicht oder Herbstanemonen, eigentlich aus dem Wald oder vom Waldrandbereich stammen. Sie sind es gewohnt, jeden Herbst von einer dicken Schicht Blätter abgedeckt zu werden. Ihnen ist es viel lieber, den Winter geschützt und eingekuschelt zu sein, statt jetzt kahl und nackig rumzusitzen. Sie werden im Frühjahr die Hartnäckigkeit haben, sich einen Weg durch die dürren Blätter zu bahnen.

Also überlegen Sie sich bevor Sie anfangen, ob es echt sein muss oder ob Sie es tun, weil man es Ihnen so beigebracht hat. Vielleicht können Sie stattdessen einen schönen Spaziergang machen im Wald oder im Park und sich zur gleicher Zeit ein paar schöne neue Pflanzen aussuchen für ihren Garten, damit der nächste Herbst noch schöner wird!

Enkianthus campanulatus Herbst © Isabelle van Groeningen

Enkianthus campanulatus Herbst