Birken

Betula albosinensis © Isabelle van Groeningen

Betula albosinensis

Birken

Ich liebe unsere Adventsausstellung in diesem Jahr. Nicht, dass es in den anderen Jahren nicht schön war. Jedes Jahr ist anders und schön für sich. Was mir persönlich besonders gefällt, ist dass das „Gemütliche Nordische Weihnachten“ uns die Möglichkeit gegeben hat, die Birke in den Mittelpunkt zu stellen. Ich bin aufgewachsen in einem großen Garten mit vielen Birken, nördlich von Antwerpen in der Nähe der Kalmthoutse Heide. Ein sandiges Grundstück, mit magerem, hellgrauem, nährstoffarmem Boden, mit niedrigem pH-Wert. Birken waren die Bäume, die sich besonders wohlgefühlt haben in dieser Sandkiste und sich auch dementsprechend flott ausgesät haben.

Betula Blüte © Isabelle van Groeningen

Betula Blüte

Sie haben meine Kindheit stark geprägt. Drei große Birken beschatteten die Terrasse während der heißen Sommermonate. Unter den Bäumen war der Rasen zwar schneller braun, aber genauso schnell wieder grün, wenn der Regen dann endlich kam. Die Terrasse war im Sommer immer übersät mit den kleinen, flachen, eckigen Samen, sodass sie öfter mal gefegt werden musste. Dafür gab es immer das wunderbare Geraschel, wenn der Wind durch das sehr bewegsame Geäst geweht hat und diese buttergelbe Herbstfärbung. Ich assoziiere mit diesen Bäumen auch Vögel, besonders Meisen. Nicht nur weil sie unterhaltsame Akrobatikübungen machen um an die Erdnüsse zu kommen, die mein Vater während der Wintermonate in die Bäume gehangen hat, im Spätsommer/Herbst essen sie auch gerne die Samen und im Frühling scheinen sie immer kleines Ungeziefer im Baum zu finden.

Das Problem mit Pollen

Ich höre die Allergiker stöhnen. Da die Kätzchen, die den ganzen Winter schön dekorativ an den Ästen runterhingen, recht früh blühen, zu einer Jahreszeit wo noch nicht viel Insekten unterwegs sind, werden diese Bäume durch Wind bestäubt. Das heißt, der Baum produziert größere mengen Pollen, die dann in großen Wolken dank Wind durch die Luft transportiert werden. Auf Birken (und Hasel) wegen Ihrer Allergie zu verzichten, hilft meistens nicht, da die Pollen nicht an Ihrem Zaun abbremsen. Die Pollen sind so fein und leicht, dass sie weit getragen werden.

Kreuzallergie

Bei vielen geht es um eine Kreuzallergie, eine Empfindlichkeit gegenüber mehreren Substanzen, oft in Kombination mit Obst, wie Äpfel und Birnen. Die Evolution des Menschen geschieht leider nicht so schnell wie die Evolution unserer Technologie: Diese Früchte sind normalerweise im Spätsommer und Herbst zu ernten. Einige lagern über die Wintermonate diese Obstsorten ein. Ursprünglich waren sie nur als Nahrungsmittel für die kalte Jahreszeit gedacht. Sobald Frühlingsanfang da ist, gibt es ja wieder frisches. Daher hätten unsere frühen Vorgänger nie einen Apfel gegessen während die Birken blühen. Es ist vielleicht mal einen Versuch wert und Sie verzichten auf solches Obst um diese Jahreszeit.

Birken pflanzen

Egal, ob sie aus Nordamerika, Europa oder China kommen. Birken sind sehr winterhart, gedeihen meistens auf sandigen, nährstoffarmen und oft eher sumpfigen Böden. Ihre Wurzeln wachsen in der Nähe der Erdoberfläche, was im Garten schon ein wenig Konflikte verursachen kann. Mulchen Sie mit Laubmulch oder Kompost, um den Nährstoffpegel hochzuhalten und pflanzen sie mit Mykorrhizen, die ihren Pflanzen helfen, an Wasser und Nährstoffe zu gelangen, wo Sie nicht hinkommen.

Begleitpflanzen für Birken

Frühjahrsblüher, welche die Herbst-Winter-Frühlingszeit ausnutzen, in der mehr Licht und Wasser vorhanden ist, haben eine bessere Chance. Frühjahrszwiebeln mit Alpenveilchen Cyclamen hederifolium und C. coum werden viel Freude bringen. Die Wolfsmilch Euphorbia amygdaloides var robbiae mit ihrem dunkel- und wintergrünen Laub und frisch grüngelben Blüten, schafft einen guten Hintergrund. Weiteres Wintergrün bieten Helleborus orientalis und H. corsicus. Einige Gräser wie Millium effusum ‚Aureum‘ und Farne bringen etwas Grünes für die Sommermonate und für den Herbst ist Aster ageratoides nochmal ein schönes Highlight.

Wo und wie pflanzen?

Am schönsten sind sie als Solitair (auch gerne als mehrstämmiges Exemplar). Die weiße Rinde ist besonders attraktiv als Kontrast zu einem grünen Hintergrund wie von Rhododendron oder Eiben. Eine Gruppe roter Hartriegel (Cornus alba ‘Sibirica‘) in die Nähe gepflanzt und dann am liebsten so, dass die tiefe Wintersonne darauf strahlt. Auch als kleine Gruppe ist die Wirkung sehr effektiv, wie die berühmten Birken in Max Liebermans Garten.

Vermeiden sie zu viel Wettbewerb mit anderen Bäumen. Wo es Lichtmangel gibt, werden sie kahl und verlieren ihre schöne Form. Mit einigen Ausnahmen, werden die meisten Birkensorten nicht sehr alt. Birken sind rasant-wachsende Pioniergehölze, die nach 40-50 Jahren ihre Lebensaufgabe vollendet haben. Sie haben das schützende Mikroklima geschaffen, damit andere, langsam-wachsende Großbäume wie Eichen aufwachsen konnten.

Das rasante Wachstum ist ein Grund, warum es sich nicht wirklich lohnt, einen größeren Solitär zu pflanzen. Bis der alte angekommen ist und sich gut genug etabliert hat, um weiter wachsen zu können, wurde er lange eingeholt von dem jungen Sämling nebenan.

Einige empfehlenswerte Sorten

Betula pendula Hänge-, Sand-, Weiß- oder Warzenbirke 12m

Unsere einheimische Birke ist weit verbreitet in Europa kommt aber auch in der Türkei und in Marokko vor. Ihre Äste hängen locker herunter.

Besondere Formen sind: ‘Dalecarlica’ oder Schlitzblättrige Birke mit einem besonders tief geschnittenen Blatt; ‘Purpurea’, dessen Austrieb violett gefärbt ist, aber später grün wird; ’Youngii’ hat einen sehr aufrechten, schönen, weißen Stamm.

Betula pendula © Isabelle van Groeningen

Betula pendula

Betula nigra Schwarz- oder Flussbirke 15-25m

Diese Birke kommt in Kansas und Florida bis nach Massachusetts vor. Sie stammt aus feuchten Wäldern aber im Gegensatz zu den meisten anderen Sorten, gedeiht sie auch auf eher lehmigen Böden. Diese Art hat eine stark-blätternde Rinde und ist eher bräunlich in ihrer Färbung.

Betula nigra Rinde © Isabelle van Groeningen

Betula nigra Rinde

Betula albosinensis var. septentrionalis Chinesische- oder Kupferbirke 30m

Diese, aus West-China stammende Sorte, hat eine bemerkenswerte, kupferfarbige Rinde. Wie bei unseren Birken, blättert auch sie ab.

Betula albosinensis © Isabelle van Groeningen

Betula albosinensis

Betula utilis var. jacquemontii Himalaya Birke 20m

Diese Sorte aus dem Himalaya, ist extrem winterhart und wächst dort in bis zu 4000 m Höhe. Sie ist bekannt für eine strahlende, schneeweiße Rinde – die weißeste aller Rinden.

Himalaya Birke © Isabelle van Groeningen

Himalaya Birke

Birkenprofilaxe

Überlegen Sie sich, wo ein schönes Plätzchen wäre und seien Sie nicht schüchtern, wenn Sie schon welche im Garten haben. Jetzt ist die Zeit, um mal mit einem Schwamm und ein wenig Wasser (oder einer weichen Bürste) das Moos, was sich im Laufe der Saison auf der Rinde etabliert hat abzuwischen, damit Sie für die kommenden Wintermonate eine strahlend weiße Rinde genießen können.

P.S. – Wenn Sie dieses Wochenende unseren Adventsmarkt „Cosy Nordic Chrismas“ rund um Birken besuchen möchten, hier die Öffnungszeiten und alle weiteren Infos.