Frühlingsputz der Staudenbeete

Clematis Austrieb © Isabelle van Groeningen

Clematis Austrieb

Unser Gärtnerteam hat in dieser Woche das schöne Wetter ausgenutzt, um sich mit unserem Staudenbeet zu beschäftigen. Der Wind war zwar kalt, aber der strahlend blaue Himmel war einfach zu schön und so hat es sie mühelos aus den Gewächshäusern gelockt. Es ist schon gefährlich, diese milde Jahreszeit. Die Gedanken schweben ganz schnell Richtung Frühling und alles Schöne was damit verbunden ist. Die Schneeglöckchen breiten ihre Flügel aus und auch die ersten Leberblümchen haben in meinem Garten angefangen zu blühen und natürlich macht der Hamamelis fröhlich weiter.

Staudenrückschnitt

Es sah zwar noch großenteils schön aus, mit nur wenigen kollabierten Stauden, aber das milde Wetter bringt Leben in das Staudenbeet, mit den ersten Zwiebelnasen, die sich ungeduldig zeigen. Die Krokusknospen fangen an dick zu werden und sind kurz vor dem Aufblühen, der Zierlauch ist auch recht zappelig. Wenn wir zu lange warten mit dem Rückschnitt der Beete, wird die Aufgabe so viel zeitraubender und langsamer, da man auf Zehenspitzen durchs Beet tippeln muss, um nicht auf die ganzen Zwiebeln zu treten. Trotz des Rückschnitts ist es noch nicht ganz kahl. Einiges darf noch stehenbleiben. Die Stauden, die immer bis zum bitteren Ende schön sind und in denen noch Saat vorhanden ist, was die Vögel irgendwann noch vertilgen werden, haben wir stehenlassen. Fetthenne, besonders meine Lieblingssorte Sedum ‚Herbstfreude‘ würde im Sommer noch stehen, wenn man sie nicht irgendwann runterschneidet. Die Vernonien sind auch noch grandios mit ihren 2 m hohen, schlanken Stängeln und kleinen puscheligen Saatköpfen. Auch einige Astern dürfen noch bleiben.

Brechen statt Schneiden

Das Schöne an diesem späten Rückschnitt ist, dass inzwischen die ganzen Staudenstängel oft so knusprig trocken sind, dass man sie auch abrechen kann und nicht unbedingt mit der Schere schneiden muss. Hiermit ist die Aufräumaktion wesentlich schneller getan.

Rosen

Die Rosen sind noch nicht dran. Die müssen noch warten, bis die Rosenschnittkurse Ende März stattfinden. Theoretisch könnte man sie schon schneiden. In England hätte ich sie schon lange runtergeschnitten. In Belgien habe ich es vor 4 Wochen getan, aber hier mache ich mir Sorgen, dass es doch noch mal kalt werden kann und dann sind sie recht empfindlich. Es wäre nicht das erste Mal. 2014 gab es auch einen ganz milden Winter bis spät im Januar und erst dann kam er angestapft der kalte Winter. Die 6 Wochen bei minus 15° C, die daraufhin folgten, hatten heftige Frostschäden verursacht, besonders an Rosen. Der Wetterbericht für die kommende Woche ist schön aber kalt. Für Berlin wird sogar minus 7°C vorhergesagt. So kalt hatten wir es diesen Winter noch nicht.

Clematis

Was Sie jetzt dringend tun müssen, ist ihre sommerblühenden Clematis zurückzuschneiden. Bei milden Wintertemperaturen fangen sie immer so früh an zu treiben, dass man sie gar nicht mehr zurückschneiden will, weil sie (gefühlt) über Nacht 10 cm gewachsen sind.

Ich pflanze diese Schönheiten immer als Begleiter für unsere Kletterrosen. Am liebsten pflanze ich die Viticellas mit den etwas kleineren aber zierlichen Blüten und setze sie an die Schattenseite der Rose, direkt daneben.  Sie fangen an zu blühen, wenn die Rose, nach der ersten Blüte Anfang Juli, ihre Pause macht. Bis die Rose im August wieder loslegt, belebt dann die Clematis den Platz.

Clematis 'Lasurstern & Rose 'Strawberry Hill'' © Isabelle van Groeningen

Clematis ‘Lasurstern & Rose ‘Strawberry Hill”

Kompost

Nach dem Staudenrückschnitt und der Entfernung des Unkrautes, haben die Gärtner das ganze Beet mit einer wunderbaren Schicht Kompost abgedeckt. Es ist wichtig, dem Boden das zurückzugeben, was er in der vergangenen Saison an die Pflanzen abgegeben hat. Das organische Material ist wichtig, um die Wurmaktivität anzukurbeln. Deren Tunnelaktivität lüftet nicht nur den Boden, sondern sorgt auch dafür, dass Mineralien und Nährstoffe verteilt werden. Die ganzen anderen Organismen, die sich mit dem Abbau von Pflanzenmaterial beschäftigen, sorgen auch für die Gesundheit ihrer Böden. Der langsame Abbau des organischen Materials sorgt dafür, dass Ihre Pflanzen an die Nährstoffe kommen, die sie für eine gesunde Entwicklung brauchen. Sie tun Ihrem Boden nicht nur Gutes bei dieser Recycling-Aktion, es sieht hinterher auch noch gut aus!