Bienennahrung nach dem langen Winter

17. März 2018 von Thea Carlin
Kategorien: Frühling, Jahreszeiten, Übers Gärtnern | Schlagwörter: , , |

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Bienen in Crocus © Isabelle van Groeningen

Bienen in Crocus

Endlich!

Das sagen nicht nur die vielen Gartenliebhaber, Gärtner und Gartenlandschaftsbauer. Besonders die Insekten freuen sich über die ersten Blüten.

Mit welchen frühblühenden Zwiebeln, Stauden und Gehölzen können Sie die ersten Hummeln und Wildbienen begrüßen? Wenn Sie zeitig Nahrung bereitstellen, lohnt es sich für die Insekten früh zu kommen und lange zu bleiben. Somit haben Sie auch schon die ersten Mitarbeiter im Garten, die zeitig anfangen Schädlinge zu bekämpfen.

Belohnung für fleißiges Zwiebelstecken im Herbst

Eranthis hyemalis © Isabelle van Groeningen

Eranthis hyemalis

Es beginnt mit den Schneeglöckchen, Galanthus nivalis, in weiß, den Winterlingen, Eranthis hyemalis in gelb und den bezaubernden Wildcrocussen, Crocus tommasinianus, in zarten Blaulilatönen. Einen blauen Sternenteppich bescheren uns die Blausternchen, Scilla siberica als nächstes. Sie wachsen gerne an den Füßen von Bäumen und Sträuchern. Ab März schieben die Wildtulpen ihre Nasen neugierig in die Sonne: Tulipa tarda, Tulipa turkestanica und Tulipa clusiana sind einige zierliche, elegante Sorten. Dazu kommen dann auch schon die ersten Narzissen wie die frühe Wildnarzisse Narcissus lobularis, zierliche Narcissus jonquilla, mit mehreren, kleine, stark-duftenden Blüten oder die toll duftende spätere Dichternarzisse Narcissus poeticus.

Frühblühende Gehölze

Prunus cerasifera 'Nigra' © Isabelle van Groeningen

Prunus cerasifera ‚Nigra‘

Einer der zeitigsten Frühblüher ist die Kornelkirsche, Cornus mas. Sie kann schon im Februar ihre gelben Blüten zeigen. (Toller Nebeneffekt für die menschlichen Genießer: Aus den Früchten lässt sich leckere Marmelade und Gelee kochen). Die Allergiker unter uns wissen, dass die Haselnuss Corylus avellana, schon im März die Blüten schiebt. Sobald die Salweiden ihre Kätzchen zeigen, gibt es für die Bienen kein Halten mehr. Aber auch Schwarzdorn, Prunus spinosa, und die ersten Kirschen und Zierkirschen bieten den Insekten frühe Nahrung.

Corylus avellana 'Contorta' © Isabelle van Groeningen

Corylus avellana ‚Contorta‘

Frühblühenden Stauden

Zu den zeitigsten Vertretern zähl ich den Nieswurz, Helleborus foetidus, der schon im März anfangt. Seine gelbgrünen Blüten sind von der Farbe eher unscheinbar, haben aber einen interessanten Blütenstand. Die Borretsch-Verwandten wie Lungenkraut (Pulmonaria) und Beinwell Symphytum sind immer sehr beliebt bei Insekten. Ein sehr robuster Frühblüher, der auch schattige Standorte erträgt, ist die Frühlingsplatterbse, Lathyrus vernus. Sie lässt sich hervorragend mit vielen Zwiebelpflanzen kombinieren und sieht besonders gut aus mit Tulipa ‘Burgundy‘ und Hyacinthus ‘Woodstock‘. Zu meinen Favoriten im zeitigen Frühjahr gehören auch einige Primeln. Primula veris, das Himmelschlüsselchen, winkt mit den gelben Köpfen den Frühling ein. Die Rosenprimel, Primula rosea gigas, streckt seine frechen rosa Blüten in die Sonne. Die Kugelprimeln Primula denticulata haben wieder eine ganz andere Form mit ihren perfekt gerundeten Paukenschlägeln.

Bei allen Pflanzen denken Sie bitte daran, dass an gefüllten Blüten die Insekten nicht an den leckeren Nektar kommen und diese oft steril sind.

Freuen Sie sich an den vielfältigen Bienen, Hummeln und Schmetterlingen in ihrem Garten.

Thea Carlin

 

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Thea Carlin

Über Thea Carlin

Thea Carlin, Chefgärtnerin der Königlichen Gartenakademie Schon als Kind ging Thea Carlin im Haus des berühmten Staudenzüchters Karl Foerster ein und aus, da ihre Eltern zu den Mitgliedern des Freundeskreises um Karl Foersters gehörten. Hier bekam sie mit Sicherheit schon in jungen Jahren die erste Idee, Gärtnerin zu werden, und begann später dann eine Lehre über Bornimer Staudenkulturen in der ehemaligen Gärtnerei Karl Foersters. Dort war sie nach Beendigung der Lehre über 12 Jahre als Staudengärtnerin tätig. Dann betrieb sie eine eigene Gärtnerei in Mecklenburg bis zur Wende. Danach übernahm sie die Pflege von Privatgärten und -parks und arbeitete einige Jahre im Garten- und Landschaftsbau. Auf Empfehlung von Marianne Foerster, der Tochter von Karl Foerster, bewarb sich Thea Carlin im Jahr 2007 als Staudengärtnerin in der damals noch entstehenden Königlichen Gartenakademie, die sie mit gebaut und mit aufgebaut hat. Thea Carlin ist seither die Chefgärtnerin der Königlichen Gartenakademie.