Wie gehen Sie mit Trockenheit um?

Papaver 'Beauty of Livermere' © Isabelle van Groeningen

Berliner Trockenheit

Seitdem der Thermostat nach dem ungemütlichen Osterwochenende von Winter auf Sommer gestellt wurde, herrscht in Berlin fast ununterbrochen Sommerwetter. Strahlend blauer Himmel, warme Temperaturen, ab und zu mal ein nettes, weißes Wölkchen. Einige Gewitter haben zwar unsere Gärten gegossen, aber es ist trotzdem trocken. Vor Waldbrandgefahr wurde schon in mehreren Regionen gewarnt.

In den Gärten ist es auch ganz schön trocken geworden. Besonders dort, wo große Bäume viel Wasser ziehen und die Erde durch Wind und Sonne rasant trocknet. Was können Sie tun um die Situation zu verbessern?

Passende Pflanzen auswählen

Bestimmte Pflanzen haben sich adaptiert, um mit heißen, sonnigen, trockenen Standorten umzugehen. Um an solch schwierigen Standorten überleben zu können, benutzen Pflanzen unterschiedliche Techniken.

  • Alle Pflanzen mit grauem oder silbernem Blatt, wie Olivenbäume, Artemisias oder Lavendel, reflektieren starkes Sonnenlicht.
  • Einige Pflanzen, wie z. B. Rosmarin, haben ihre Blattfläche so reduziert, dass sie nur noch schmale, fast nadelähnliche Blätter haben. Dadurch können sie nicht zu viel Wasser verdunsten.
  • Filzige Blätter, wie vom Wollziest, speichern feuchte Luft und wirken kühlend (an einem zu feuchten Standort werden sie schnell von Pilzkrankheiten befallen).
  • Fleischblättrige Pflanzen, wie Fetthenne oder Hauswurz, speichern Wasser und sind die Kamele der Pflanzenwelt.
  • Einige Pflanzen haben dickere Wurzeln oder Knollen und ziehen sich während der heißen, trockenen Sommerzeit teilweise oder sogar völlig zurück. Orientalischer Mohn und Tulpen verabschieden sich gerne gänzlich für die Saison, während Schwertlilien nach der Frühsommerblüte eine Ruhepause einlegen.
  • Stauden mit Pfahlwurzeln wachsen auf der Suche nach Grundwasser einfach noch tiefer und können somit lange Perioden von Trockenheit überleben. Röhrenstern verträgt dadurch extreme Trockenheit und Hitze, genauso wie die Färberhülse Baptisia.

Boden abdecken

Tipps für Trockenheit - Kompostmulch © Isabelle van Groeningen

Kompostmulch

Die Natur mag keine nackte Erde. Ob es Mulch oder Vegetation ist, der Boden sollte unbedingt abgedeckt sein, um zu verhindern, dass durch Sonne und Wind die kostbare, fruchtbare Oberschicht vertrocknet und wegpustet wird. Ob mit Vegetation oder Mulch (am besten Kompost aber auch Laub oder ein mineralischer Mulch, wie Kies oder Lavastein, ist effektiv), können auch größere Flächen abgedeckt werden. Vegetation ist am effektivsten, da die Feuchtigkeit, die nachts von Pflanzen abgegeben wird, zwischen Laubdecke und Erdfläche bleibt.

Verträgt Trockenheit - Artemisia schmidtiana 'Nana' © Isabelle van Groeningen

Artemisia schmidtiana ‚Nana‘

Rasen ist auch eine Form von Bodendecker. Damit während trockener Perioden nicht zu kurz gemäht wird, sollte der Mäher höher eingestellt werden. Hierdurch wird mehr Morgentau auf den Blättern gesammelt, was wiederum der Wurzel zugutekommt. Mit einem Mulchmäher ohne Fangkorb wird das geschnittene Gras fein gehäckselt und bleibt einfach liegen. Das hilft auch, extra Feuchtigkeit zu speichern. Man muss nur im Frühjahr und Herbst gründlich vertikutieren.

Gießen

Jeden Abend mit dem Schlauch im Garten unterwegs zu sein kann zwar schön sein, bringt aber meistens nicht viel. Erstens: Wenn Sie viele Schnecken im Garten haben, ist abends das Gießen immer eine gefährliche Sache. Schnecken kommen auf feuchten Böden viel besser vorwärts. Zweitens: Meist kommt nur eine ganz dünne Schicht Wasser an. Wenn Sie mal kratzen, um nachzuschauen, ist oft nur einen halben Zentimeter tief gewässert. Das hilft den Pflanzen nicht.

Erst wenn wir merken, dass unser Staudenbeet durstig ist (also, wenn die ersten Kandidaten ihre Ohren schlapp hängen lassen), erst dann wird der Sprenger angestellt. Morgens ganz früh, bleibt er zwei bis drei Stunden stehen. Das machen wir meistens nur alle drei bis vier Wochen, je nach Bedarf. Mein Motto ist: „Keep them mean, keep them lean!“