Gärtnern in Töpfen und Kübeln   

02. Juni 2018 von Isabelle Van Groeningen
Kategorien: Neuigkeiten, Übers Gärtnern |

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© Isabelle van Groeningen

Mehr Mut!

Einige haben keine Wahl. Sie können nur in Kübeln gärtnern, da sie in einer Wohnung mit Balkon oder Terrasse leben. Aber selbst die Glücklichen, die einen Garten haben, haben meistens auch einige Pflanzen in einem Kübel oder Kasten vor dem Fenster, am Hauseingang oder auf der Terrasse stehen.

Pracht geht auch in Töpfen © Isabelle van Groeningen

Prächtig geht es auch – Töpfe und Kübel

Die Idee dabei ist, die Umgebung hübsch zu machen, etwas Blühendes näher bei sich zu haben oder einen leeren Platz zu füllen. Leider ist die Realität nicht immer so, wie man es sich vorgestellt hat – es wirkt unruhig und trist. Hier sind einige Grundregeln, die Ihnen vielleicht diese Saison noch retten können.

Proportionen

Töpfe und Kübel

Achten Sie darauf, wie groß der Platz ist, den Sie versuchen zu bespielen. Ein zu kleiner Kübel steht einfach verloren in einer zu großen, leeren Ecke. Zwei oder drei Stück machen es nicht unbedingt besser. Nehmen Sie besser einen großen, großzügigen Kübel. Für Pflanzen, besonders Sommerblumen, ist es sowieso besser, sie in einem größeren Topf weiter wachsen zu lassen. Größerer Topf bedeutet größere Wurzelballen und höhere Wasserspeicherungskapazität, wodurch man eine kräftigere, glückliche Pflanze bekommt.

Bepflanzung

Kübel ohne Mut © Isabelle van Groeningen

Kübel ohne Mut

Wenn Sie sich dann für einen größeren Kübel entschieden haben, dürfen Sie mit ihrer Pflanzenwahl nicht zu schüchtern sein. Wenn Sie sich eine schöne etruskische Amphora ausgesucht haben, können Sie diese auch ganz leer, also ohne Bepflanzung für sich sprechen lassen. Aber wenn Sie sich für eine Bepflanzung entscheiden, dann gleich etwas, was auf gleichem Niveau mitspielt, wie ein schönes, größeres Gras, was hoffentlich mehrere Jahre stehenbleiben kann. Übrigens, statt die ganze Amphora mit Erde zu füllen, können Sie auch das Gras aus dem Topf „hängenlassen“.

Mutlose Töpfe und Kübel © Isabelle van Groeningen

Mutlose Töpfe und Kübel

Auch ein Gehölz, große Stauden, wenn im Schatten auch Farne oder höhere Beet- und Balkonpflanzen, wie aufrechte Fuchsien, Ziertabak, Kosmeen oder sogar Kletterer, wie Blaue Winde, Duftwicken oder Kobea, können praktisch sein um Höhe zu schaffen. Wenn der Kübel nicht besonders attraktiv ist, setzen Sie ruhig auch einige hängende Pflanzen ein, wie Süßkartoffel oder Weihrauch.

Uniformität

Oft werden Kübel über die Jahre angesammelt. Einige alte gehen irgendwann mal kaputt, werden ersetzt durch etwas Neues. Man bekommt mal was geschenkt oder sieht unterwegs etwas Hübsches. An sich auch schön, wenn wie im Haushalt, unterschiedliche Objekten eine gewisse Lebensgeschichte erzählen.

Töpfe und Kübel - Uniformität in der Pflanzung © Isabelle van Groeningen

Töpfe und Kübel – Uniformität in der Pflanzung

Das einzige Problem mit dieser Geschichte ist, dass sie sich nicht immer uniform abspielt. Die ersten waren Terrakotta, aber durch den zu hohen Verlust, wurden sie ersetzt durch Weidengeflecht-Körbe, die nach wenigen Jahren nicht mehr schön waren und mit modernen anthrazitfarbige Kunststoff-Kübel ausgetauscht wurden. Diese wiederum werden zu heiß, sodass man irgendwann wieder beim Terrakotta ankommt. Inzwischen sind von jeder Generation noch welche da und Sie haben eine kunterbunte, inkohärente Ansammlung, als ob in Ihr Esszimmer sechs unterschiedliche Stühlen um den Tisch stehen würden. Streichen sie diese Stühle in der gleichen Farbe, bekommt es gleich einen Zusammenhang.

Töpfe und Kübel Einheitlichkeit im Material © Isabelle van Groeningen

Uniformität im Material

Entweder sollten Sie einige ausrangieren oder zwei oder drei unterschiedliche „Ecken“ gestalten, wo Sie die unterschiedlichen Materialien unterbringen können oder allen eine einheitliche Farbe geben. Dieses können Sie auch anhand Ihrer Pflanzen machen. Wenn es sehr unterschiedlich ist, bepflanzen Sie alles mit nur einer Sorte oder verwenden Sie nur eine Farbe.

Sie haben die Wahl. Und vergessen Sie nicht: Sie sollten auch ruhig mal mutig sein!

Töpfe und Kübel © Isabelle van Groeningen

Auch so kann es aussehen in Töpfen und Kübeln

 

 

 

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Isabelle Van Groeningen

Über Isabelle Van Groeningen

Dr. Isabelle Van Groeningen – Zur Person Isabelle Van Groeningen ist eine international anerkannte Gartenhistorikerin, -designerin und –beraterin, die ihre langjährige Erfahrung in diesen Bereichen sowohl durch Vorlesungen und Vorträge als auch durch schriftliche Beiträge in der Fachliteratur weitergibt. 1983 übersiedelte sie von ihrem Geburtsland Belgien nach England, um Horticulture an den Royal Botanic Gardens Kew zu studieren. Nach erfolgreichem Abschluss mit dem „Kew Diploma in Horticulture“ fertigte sie ihre Doktorarbeit im Fach historische Garten- und Landschaftsrestaurierung an der York University an. Ihr besonderes Interesse gilt der Anordnung von Stauden im Garten, von der traditionellen englischen Staudenrabatte bis hin zur lockereren ökologisch-orientierten Pflanzweise, wie sie in Deutschland und den Niederlanden praktiziert wird. Gartendesign 1992 gründete Isabelle Van Groeningen zusammen mit Gabriella Pape die Firma Land Art Ltd., deren Projekte seit Anbeginn einen weiten Bereich abdecken und sich – je nach Auftraggeber und Situation – mit historischen ebenso wie modernen Gartenanlagen befassen. Im Jahre 2000 gewann Land Art Ltd. bei der Hampton Court Flower Show eine Goldmedaille und die „Best in show“-Auszeichnung für den bis dahin größten Schaugarten mit dem Titel „Go Organic“. Dazu kam 2007 die zweithöchste Auszeichnung, eine „Silver Gilt“–Medaille, bei der weltberühmten Chelsea Flower Show für einen im Auftrag des Daily Telegraph geschaffenen Schaugarten: ein von Karl Foersters Senkgarten in Bornim bei Potsdam inspirierter Garten. Isabelle Van Groeningen hat sich schon frühzeitig dem biologischen Gärtnern verschrieben und sich zum Ziel gesetzt, umweltfreundliche Gärten schaffen. Dabei ist zum Beispiel der sparsame Umgang mit Wasser ein wichtiger Faktor sowohl bei der Gesamtgestaltung des Gartens als auch bei der Auswahl der Pflanzen.