Pflanzen aus Indien – Teil 1

Der Himalaya / Indien © Isabelle van Groeningen

Der Himalaya

Vor einigen Wochen haben wir die Gartenakademie für unser neues Sommer-Thema „Indien“ umdekoriert. Wie regelmäßige Besucher wissen, wechseln wir gerne unsere Themen, damit wir einen Grund zum Umdekorieren haben und Pflanzen, Produkte und, wo passend, auch mal die Küche vorstellen können. Somit sind wir jetzt bunt und recht farbenfroh geschmückt und über der Akademie hängen auch mal Duftwolken von köstlichen indischen Gewürzen (obwohl zurzeit der göttliche Duft von blühenden Linden kaum zu übertreffen ist).

Obwohl wenige Menschen besondere Pflanzenassoziationen mit Indien haben, ist es auch pflanzentechnisch ein wichtiges Land. Als siebtgrößtes Land der Erde, mit einem riesigen Spektrum an klimatischen Varianten, stammen 6 % der blühenden Pflanzen hierher, wovon 33 % nur in Indien zu finden sind und hier endemisch (heimisch) sind. Die Vegetation erstreckt sich von tropischen Regenwäldern mit vielen Orchideen im Süden, zu Bergvegetation bis auf 5000 m Höhe im Himalaya Gebirge und die nördliche Grenze. Es gibt Regionen die trocken sind (Nordwesten), wogegen der Südwesten tropisch und feucht ist. Daher sind viele der Pflanzen für uns vielleicht nur als Speise-, Beet- und Balkon- oder vielleicht Zimmerpflanze bekannt. Besonders im Norden, aus dem Himalaya Gebirge, stammen viele besondere, schöne Gartenpflanzen.

Familiär, aber nicht für unsere Gärten:

Eine meiner Lieblingsfrüchte ist die Mango, Mangifera indica. Ihr botanischer Name verrät ihre Herkunft: Indica bedeutet aus Indien. Ein großer Baum, bis 35 m hoch, kann über 300 Jahre alt werden.

Mangobäume / Indien © Isabelle van Groeningen

Mangobäume

Der Niembaum (Azadirachta) beliefert uns nicht nur mit einem umweltfreundlichen Pflanzenschutzmittel, er ist auch medizinisch hoch anerkannt. In Zentralindien und in westlichen Regionen befinden sich Wälder, wo Teakbäume dominieren, wogegen im Süden Sandelholz gedeiht. Im Osten, im Ganges-Delta befinden sich Mangroven.

Winterharte Gartenschätze aus Indien

Für den Pflanzensammler ist der Himalaya, mit den vielen, traumhaften Pflanzen, eine wahre Schatzkammer. Einige haben sich im alltäglichen Leben durchgesetzt und sind bekannte Gartenpflanzen geworden (teilweise, weil sie auch in Europa endemisch sind), andere sind nach wie vor selten zu sehen. Die Lichtnelke (Lychnis coronaria), Geißbart (Aruncus dioicus), Chicorée, Absinth und Lythrum salicaria (Gewöhnlicher Blutweiderig) sind so einige Beispiele.

Aruncus dioicus / Indien © Isabelle van Groeningen

Aruncus dioicus

Bewusst eingeführt sind unter anderem mehrere Storchschnäbel wie Geranium wallichianum und G. pratense, Primula denticulata (Kugelprimel), P. rosea, Verbascum thapsus (Kleinblütige Königskerze), Katzenminze Nepeta nervosa, N. govaniana, Bistorta affinis, B. amplexicaule (Kerzenknöterig), Perlkörbchen (Anaphalis triplinervis) und Solomons Siegel (Polygonatum multiflorum).

 

Anspruchsvoller Scheinmohn

Eine Pflanze von der jeder träumt, aber damit wenig Erfolg hat, ist der bezaubernde, blaue Scheinmohn Meconopsis betonicifolia und M. grandis. Beide sind winterhart, haben aber Probleme mit unserem Klima. Die Wintermonate verbringen sie normalerweise bedeckt von einer schützenden Schneedecke, die Sommermonate in einem kühlen Ambiente. Bei uns ist der Winter meist zu nass, der Sommer zu heiß und zu trocken. Nordeuropa, wie zum Beispiel Schottland und Norwegen, scheint diesen Schönheiten gut zu gefallen.

Meconopsis betonicifolia © Isabelle van Groeningen

Meconopsis betonicifolia

Unerwünschte Eindringling

Meine größte Sorge ist, mit Pflanzen, die man sich sorgenfrei irgendwoher als Urlaubserinnerung mitbringt, ein Problem einzuschleppen. Solch ein Problem kann entweder eine Pflanze sein, die sich als ein schlimmes Unkraut entpuppt oder unwissend einen katastrophalen Schädling wie den Buxbaumzünsler mitbringt.

Buchsbaumzünsler © Isabelle van Groeningen

Buchsbaumzünsler

Das Drüsige Springkraut Impatiens glandulifera wurde im Laufe des 19. Jh. wegen seiner dekorativen Blüten in Europa eingeführt. Inzwischen ist diese, bis 2 m in die Höhe wachsende, einjährige Pflanze als Neophyt anerkannt, da sie sich in feuchten Gebieten so dicht aussäht, dass die einheimischen Pflanzen verdrängt werden. Großzügig wie der Mensch sein kann, haben wir Wandelröschen mit nach Indien gebracht, wo es ein invasives Unkraut geworden ist.

Besuchen Sie uns heute, Samstag den 16. Juni, wir bieten indische Live Musik, eine Tee Verkostung und Show-Kochen an. Demnächst schreibe ich auch etwas über Gehölze!

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