Warum blühen meine Zwiebeln nicht? 

Boudoir Tulpen © Isabelle van Groeningen

Boudoir Tulpen

In den letzten Wochen haben sich viele auf unser Zwiebelangebot gestürzt. Die meisten dieser Tütchen mit Zwiebeln stehen immer noch Zuhause rum und warten auf die gefürchtete Pflanzaktion. Bevor Sie loslegen, wollte ich die so oft gestellt Frage: „Warum blühen sie nicht mehr?” beantworten.

Meist gibt es keinen Grund, warum eine Zwiebel sich nicht mehrere Jahre hintereinander zeigt oder sich sogar in Ihrem Garten vermehrt. Nur sind einige Sorten so gezüchtet und selektiert, dass es die Zwiebeln ohne großartige Düngerunterstützung einfach nicht schaffen, viele Jahre hintereinander für diesen Kraftakt der Blüte genügend Energie zu produzieren.

Tulpe mit neuem Trieb - sobald sie in die Erde kommt kann sie loslegen © Isabelle van Groeningen

Tulpe mit neuem Trieb – sobald sie in die Erde kommt, kann sie loslegen

War im Frühling nichts mehr zu sehen von Ihrer Zwiebel?

Die Wühlmaus

Wenn selbst kein Blatt mehr zu sehen ist, ist wahrscheinlich die Zwiebel dem Gartenfeind Wühlmaus zum Opfer gefallen. Im Gegensatz zum Maulwurf, der Fleisch auf seinem Speiseplan hat, ist die Wühlmaus ein Vegetarier. Heutzutage ist vegetarisch oder sogar vegan zwar „in“, aber dieser vegane Gast ist echt nicht willkommen im Garten, da er sich von Pflanzenwurzeln ernährt. Wühlmausfallen sind die beste Chance. Mehrere Kunden hatten großen Erfolg mit unseren Wühlmausfallen. Es lohnt sich, sie mit einem Stückchen Möhre oder ein wenig gekochter Kartoffel zu bestücken. Diese Fallen werden in die Gänge geschoben und wirken wie eine Art Guillotine. Kein Tod ist schön, aber es ist wenigstens ein schneller. Wir hatten im Frühjahr acht Stück gefangen. Der Unterschied hat sich gleich gezeigt. Der Fuchs, eine aktive Katze oder ein Terrier können Sie auch bei dieser Entsorgungsaktion unterstützen.

Sind noch einige Blätter zurückgekommen, aber verformt und nicht ganz normal?

Krankheiten

Es gibt einige Krankheiten, die Zwiebeln befallen können; sowohl durch Insekten, einen Pilz oder auch einen Virus. In diesen Fällen ist es empfehlenswert, den Rest Zwiebel auszugraben und zu vernichten und 4 – 5 Jahre keine mehr an diese Stelle zu pflanzen.

Sind einige Blätter zu sehen, aber keine Blüte?

Zu wenig Nahrung

Wie alle Pflanzen brauchen auch Zwiebeln Energie, um Laub, Blütenstängel und Blüten zu produzieren. Sie bekommen diese Energie durch die Nährstoffe, die ihre Wurzeln im Boden aufnehmen, aber auch durch Stoffwechsel. Photosynthese findet in allem was grün ist und Chlorophyll enthält statt. Besonders auf mageren Sandböden ist es wichtig, ihre schönen Tulpen mit einem kalireichen Dünger zu düngen. Am besten machen Sie dies im Frühjahr, zu dem Zeitpunkt, wenn sie ihre Nasen zeigen. Nach der Blüte ist es wichtig, sie so lange stehenzulassen, bis sie braun und vertrocknet sind. So schwer es auch ist, Sie müssen der Verführung, das unattraktive Laub zu entfernen bevor es seine Aufgabe vollendet hat, widerstehen. Innerhalb von circa sechs Wochen nach der Blüte baut die Zwiebel sich wieder auf. So geht sie in ihre Sommerpause mit allem was dazu gehört, inklusive Blütenknospe, fertig für das nächste Frühjahr.

Nicht tief genug gepflanzt

Faulheit ist unser größter Feind. Ein kleines Loch zu buddeln, mit dem Gedanken: „Ach das reicht schon“, ist meist falsch. Ihre Zwiebeln verschwinden nicht freiwillig in der Erde. Wenn Sie sie nicht tief genug gesetzt haben, dann werden sie von alleine dafür sorgen, dass sie dort landen, wo sie sein möchten, indem sie einfach dahin wachsen. Diese „Umzugsaktion“ verlangt Energie von dieser kleinen Zwiebel und somit hat sie keine Energie für eine Blüte im nächsten Frühling.

Wie tief sollen Zwiebeln gepflanzt werden?

Wenn keine Angabe auf der Verpackung steht, gilt für die meisten Zwiebeln wie Tulpen, Narzissen, Krokusse, Zierlauch oder Kaiserkrone die gleiche Regel. Sie sollten dreimal so tief, wie sie hoch sind, gepflanzt werden. Eine vier Zentimeter hohe Tulpe muss mindestens 12 cm tief in die Erde.

Wie rum pflanze ich die Zwiebeln?

Tulpe mit Nase und Po - der Wurzelansatz kommt nach unten © Isabelle van Groeningen

Tulpe mit Nase und Po – der Wurzelansatz kommt nach unten

An den meisten Zwiebeln ist eine Seite etwas flacher. Wenn Sie genauer hinschauen, können sie den Ansatz von kleinen Wurzeln sehen. Bei Kaiserkronen sind oft schon neue Wurzeln zu sehen. Bei anderen, wie den Narzissen, sind oft noch alte, getrocknete Wurzeln vorhanden. Die kleine, spitze Nase kommt nach oben. Liegen Sie nicht wach, wenn Sie sich nicht sicher sind, ob Sie Ihre Anemonen oder Winterlinge vielleicht falsch gepflanzt haben, weil Sie nicht erkennen konnten, was oben oder unten ist. Bei einigen ist es schwer, aber sie werden es schon überleben.

Nach viele Jahren schöner Blüte haben Sie immer noch viel Laub aber keine Blüten?

Dies ist meist ein Zeichen, dass sie mal geteilt werden sollten. Die meisten Zwiebeln vermehren sich nicht nur über die Saat, sondern auch indem sie ihre Zwiebel teilen (denken Sie an Ihre Schalotte. Da sind meistens auch schon zwei oder sogar drei Zwiebeln, die unten im Wurzelbereich noch zusammenhängen). Einige werden kleine Zwiebelchen am Rande produzieren. Wenn Sie lange auf immer enger werdendem Raum zusammenleben müssen, erreichen sie irgendwann den Punkt, wo ihnen einfach der Platz fehlt, um sich wieder kräftig aufzubauen. Am besten graben Sie sie aus während das Laub sichtbar ist, teilen sie und pflanzen sie wieder auf die korrekte Tiefe ein. Über diesen Vermehrungsweg können Sie zum Beispiel auch viele kleinere Zwiebeln vermehren und über größere Flächen verteilen, wie z. B. Schneeglöckchen und Winterlinge.

Warten Sie vor allem nicht zu lange mit ihrer Pflanzaktion. Falls die herbstblühenden Sorten wie Herbstzeitlose oder Herbstkrokus noch nicht gepflanzt wurden, sollen Sie diese gleich als erstes einsetzen. Sie müssen dringend in die Erde. Sonst würde ich empfehlen, chronologisch anzufangen, wie mit den kleinen, frühen Charmeuren wie Anemonen, Blausternchen und Krokus. Narzissen genießen auch noch die wärmeren Herbsttage, um noch schön viele neue Wurzeln zu bilden, bevor der Winter kommt und sollten nicht zu spät in die Erde kommen. Aber generell pflanzen Sie Ihre Frühlingsschätze in den kommenden Wochen. Ich habe auch schon mal meine im Januar gepflanzt, aber ich verspreche Ihnen, sie waren nicht besonders glücklich. Die Blüte war verspätet, die Blütenstängel teils verkürzt. Und vergessen sie nicht: Es sind keine Samentütchen, die Sie bis nächsten Herbst aufbewahren können. Sie müssen diesen Herbst noch in die Erde!

Sie werden alle schön © Isabelle van Groeningen

Sie werden alle schön © Isabelle van Groeningen