Langanhaltende Wintersilhouetten für die Staudenbeete

Stauden Wintersilhouetten - Dipsacus fullonum © Isabelle van Groeningen

Dipsacus fullonum

Um diese Jahreszeit ändert sich das Winterbild im Staudenbeet langsam. Während sich die ersten Zwiebelnasen vorsichtig zeigen, reduzieren sich peu-a-peu die vielen Stauden-Skelette, die im Herbst stehen bleiben dürfen. Eins nach dem anderen kollabiert oder bricht ab, wodurch das schöne Bild zerstört wird. Einige sind aber recht hartnäckig und bleiben bis zum Ende stehen.

Die frühen Beet-Helden mit langer Ausdauer

Man könnte glauben, dass es die spätblühenden Stauden sind, die am längsten stehenbleiben. Aber das ist nicht immer der Fall. Einige der Frühsommerblüher sind unvernichtbar. Iris sibirica, die zarte, elegante Wieseniris, bildet schlanke, aufrechtstehende Saatkapseln, die bis zum nächsten Frühjahr gerade stehenbleiben. Das neue Laub wächst schon bis über die Fersen, wenn sie immer noch voller Stolz stehen. Das Knollenbrandkraut Phlomis tubenrosa ‚Amazone‘ hat ein ähnliches Durchhaltevermögen. Mein einziges Problem mit dem ich jedes Jahr im Juli konfrontiert bin, ist das braune, trockene Bild im Beet, gerade zu einem Zeitpunkt, wo man versucht alles so lange wie möglich frischzuhalten. Über die Jahre haben die Pflanzen öfter kurz vor dem Rückschnitt gestanden. Dann hat aber der Verstand doch gewonnen und ich habe sie stehengelassen. Der Kompromiss ist einfach. Die zwei Blätter, die unter den einzelnen Blüten hängen, entferne ich durch kurzes Anfassen. Sie sind bis dahin ganz trocken und knusprig, sodass es schnell geht und es lohnt sich echt.

Die spätblühenden Dauergäste

Stauden im Winter - Veronicastrum virginicum 'Lavendelturm' © Isabelle van Groeningen

Veronicastrum virginicum ‘Lavendelturm’

Natürlich gibt es in Hoch- und Spätsommer mehrere imposante Stauden, die lange ihre Struktur erhalten. Eine elegante Erscheinung ist der Kandelaberehrenpreis Veronicastrum virginicum. Die spitzen Blüten haben auch während der Blüte architektonisch eine sehr hohe Präsenz im Beet. Die beste aller Stauden für die Wintererscheinung ist die Fetthenne Sedum ‚Herbstfreude‘. Besonders diese Sorte ist extrem standfest. Die schokoladenbraunen Blütenstände stehen im nächsten Frühsommer immer noch, wenn Sie sie nicht irgendwann runtergeschnitten haben.

Stauden im Winter - Sedum 'Herbstfreude' © Isabelle van Groeningen

Sedum ‘Herbstfreude’

Dauerhafte Gräser

 

Das Chinaschilf schätze ich sehr für seine lange Show im Garten. Es macht diese Gräser zu einem wertvollen Sichtschutz. Die unterschiedlichen Sorten können auch recht unterschiedliche Wedelcharakter haben. Einige, wie M. ‚Malepartus‘ und ‚Silberfeder‘ sind relativ steif, andere, wie M. ‚Flamingo‘ sind locker und wellig.

Die kurzen Opportunisten

Rudbeckia triloba © Isabelle van Groeningen

Rudbeckia triloba

Ich liebe Opportunisten in meinen Beeten. Pflanzen die nur von kurze Zeit da sind, aber sich locker aussähen, damit sich das Beetbild von Jahr zu Jahr ändert. Eine dieser Opportunisten ist zum Beispiel die Dreilappige Rudbeckia triloba mit ihren zahlreichen, kleinen, gelben Blüten. Eine wichtige Insekten- und Vogelfutterpflanze ist die Karde. Als zweijährige taucht sie mit ihrer sensationellen Architektur immer wieder in den Beeten auf. Stockrosen sind meist auch nur kurze Gartengäste. Sie stehen am liebsten stramm vor einer heißen Mauer, die Füße in guter Drainage.

Die Belohnung für die Geduldigen

Stachys monieri 'Hummelo' © Isabelle van Groeningen

Stachys monieri ‘Hummelo’

Wenn Sie sich im Herbst zurückhalten konnten und die Stauden stehengelassen haben, wurden Sie in den letzten Monaten hoffentlich mit einem schönen, winterlichen Bild und viel Vögel Aktivität belohnt.

Die schönen, sonnigen Momente, die wir diese Woche hatten, sind dann perfekte Stunden um rauszugehen und ein wenig Ordnung zu schaffen und die zerstörten Pflanzenresten zu entfernen. Inzwischen ist das Entfernen ganz einfach: Die meisten Stauden braucht man nur unten anzufassen und sie brechen gleich ab. Selten braucht man noch eine Schere bei dieser Arbeit. Die trockenen Stängel lassen sich mühelos in kleinere Stücke brechen, damit sie schneller kompostiert werden. Einen Rat: Tragen Sie Handschuhe bei dieser Arbeit, da einige leicht zum Splittern neigen. Wenn Sie an schönen, sonnigen Wintertagen immer wieder ein wenig Zeit in Ihren Beeten verbringen, sind sie aufgeräumt, wenn Frühling da ist.