Frühjahrsputz

Aquilegia 'Mrs M Nicholls' - Frühjahrsputz © Isabelle van Groeningen

Aquilegia ‘Mrs M Nicholls’

Diesen Sonntag habe ich frei. Aber nicht nur das, ich bin auch endlich mal Zuhause und das ist auch gut so, weil es kribbelt. Es kribbelt in den Fingerspitzen, um mein Gärtchen aus seinem Winterschlaf wach zu kitzeln. Bei diesen milden Temperaturen und den wärmenden Sonnenstrahlen haben die Alpenveilchen und auch die ersten Leberblümchen angefangen zu blühen. Auch die Blütenblätter der Schneeglöckchen strecken sich weit.

Brunnera macrophylla - Frühjahrsputz © Isabelle van Groeningen

Brunnera macrophylla

Staudenrückschnitt

Bei diesem Frühlingswetter legen die ersten Beetbewohner rasant los. Die ersten Zwiebelnasen schieben sich aus der Erde und genau wegen dieser wunderbaren Frühlingsboten muss ich meinen Frühjahrsputz dringend machen. Ich pflanze so gerne so viele Zwiebeln ins Beet, dass es später schwierig wird, im Beet zu gärtnern, ohne viel zu zerstören. Einige kollabierte Stauden habe ich schon vor einigen Wochen zurückgeschnitten, der Rest ist jetzt dran.

Neuplanung

Trachycarpus fortunei © Isabelle van Groeningen

Trachycarpus fortunei

Für dieses Frühjahr haben wir einige Änderungen im Garten vor, die mir auch den nötigen Anstoß gaben, das Terrassenbeet neu zu planen. Diese Entscheidung lauert schon seit einigen Jahren in meinem Hinterkopf, aber der Mut (und die Zeit!) mal alles rauszunehmen und neu anzufangen, hat irgendwie gefehlt. Einen unserer zwei Baumfarne werden wir durch noch eine Chinesische Hanfpalme ersetzen. Die hat sich als gut winterhart bewährt. Die Baumfarne sind es nicht und müssen jeden Herbst rausgenommen werden, um in den Gewächshäusern zu überwintern. Der Aufwand ist groß und lässt uns den ganzen Winter mit einem sehr nackten Garten dastehen. Deshalb haben wir uns für eine zweite Palme, die einen vergleichbaren „Schirm-Effekt“ hat, entschieden. Da wo sie hinkommt, ist es nicht ganz so düster und sie wird sich auch wohlfühlen.

Frühjahrsputz im Schattenbeet

Gartenblick Frühjahrsputz © Isabelle van Groeningen

Gartenblick

Trotz schattiger Lage und übersichtlicher Größe, soll es ein kleines Staudenbeet werden, was die Terrasse einrahmt. Im Laufe des Vormittags wandern Sonnenflecken über das Beet, die durch die Krone der Eiche durchscheinen. Leider gibt es nicht eine Stelle, von der man sagen kann, dass dort die Sonne für mehr als eine Stunde scheint. Es ist mein Testbeet, in dem ich viele Pflanzen ausprobiere damit ich sehen kann, wieviel Schatten sie wirklich ertragen. Einige haben mich angenehm überrascht, andere nicht. Im Laufe der Jahre haben sich einige Pflanzen verabschiedet. Entweder sind sie von alleine gegangen oder sie ließen sich mit wenig Hilfe entfernen. Jetzt ist mal Zeit für ein komplette Neuplanung. Diejenigen, die gut sind, kann ich teilen, um die Stückzahlen zu erhöhen.

Less is more

Die Verführung, eine Vielfalt an Pflanzen zu haben, ist groß. Aber in Wirklichkeit ist es gerade bei so einer kleinen Fläche empfehlenswert, mit wenigen Sorten großzügig zu sein. Nicht von jeder eine, aber von wenigen drei, fünf, sechs oder mehr sollte man pflanzen. Ich muss mich nur entscheiden, welche Pflanzen bleiben. Einige, die eine lange Präsenz haben, wie Geißbart (Aruncus), Zottiges Silberglöckchen (Heuchera villosa) und Japan Waldgras (Hakonechloa macra) und die in den umliegenden Beeten auch auftauchen, bekommen hier wieder ein Plätzchen, aber mit anderen Sorten, da sie einen Zusammenhang mit dem Rest der Bepflanzung schaffen.

Wühlmaus und Schneckenopfer

Lathyrus vernus det. © Isabelle van Groeningen

Lathyrus vernus det.

Einige, die in der Vergangenheit von Wühlmäusen oder Schnecken entsorgt wurden, versuche ich doch nochmal. Die Frühlingsplatterbse Lathyrus vernus und wunderbar duftende Phlox divaricatus ‚Blue Perfume‘ wurden in der Vergangenheit abgemäht. Die ersten von unten, die zweiten von oben. Wir werden gleich die Wühlmaus- und Schneckenfallen erneut zum Einsatz bringen. Besonders die frühe Generation zu erwischen, reduziert die rasche Vermehrung im Laufe der Saison.

Phlox 'Blue Perfume' © Isabelle van Groeningen

Phlox ‘Blue Perfume’

Weniger bekannte Sorten

Trautvettia caroliniensis var. Japonica - Frühjahrsputz © Isabelle van Groeningen

Trautvettia caroliniensis var. Japonica

An der Gartenakademie muss ich mich immer mit Liebhabersorten, die auch wir nicht in Mengen kaufen können, zurückhalten. Die behalte ich dann ganz egoistisch für mich zu Hause. Trautvettia caroliniensis var. Japonica ist eine dieser Seltenheiten. Ihr fehlt vielleicht der „Oh-Wow-Effekt“, aber sie hat relativ lang und gut an ihrem recht schattigen Standort unter den Baumfarnen geblüht, wofür ich ihr recht dankbar bin. Diese und die Ahornblättrige Silberkerze ‚Cheju-do‘ werde ich auch teilen. So kann ich eine imposantere Gruppe gestalten.

Diese Jahreszeit ist immer wieder so aufregend! Ich kann kaum unsere ersten Staudenlieferungen abwarten, da auch hier noch einiges dabei ist, was ich unbedingt haben will. Nur noch wenige Wochen!