Nachhaltigkeit

Marienkäfer - Nachhaltigkeit © Isabelle van Groeningen

In England haben wir damals ein sehr umweltfreundliches Leben leben können. Fünf Windmühlen einer lokalen Kooperative versorgten das Dorf mit Strom, auf dem Tisch gab es köstliches regionales und saisonales Essen von Biobauern und das Recyclingsystem der lokalen Behörde funktionierte reibungslos. Unsere Mitarbeiter wohnten in der Gegend und kamen auch fast alle zu Fuß ins Büro oder hatten nur eine kurze Anfahrt.

Nachhaltigkeit in der Stadt

Bei der Umstellung auf das Berliner Leben ging es nicht nur um die Umstellung vom ruhigen Landleben auf hektisches Stadtleben, es ging dabei auch darum woher mein Strom kommt, wie ich an lokale Biomöhren komme oder wie toll funktioniert das Recycling System der BSR. Unser kleiner Betrieb ist inzwischen ein recht großes, sehr vielseitiges Unternehmen geworden. Diese Vielseitigkeit macht es etwas komplizierter so grün zu sein, wie wir es haben möchten. Aber peu à peu schaffen wir es grüner zu werden. Die Auswahl der Produkte und wo sie herkommen, wie sie hergestellt werden, wie sie verpackt und transportiert werden, das sind alles Bereiche, in denen vieles umweltfreundlicher werden kann, ohne Kompromisse in Qualität und Vielfältigkeit einzugehen.

Materialien und Herkunft

In unserer Gartengestaltung ist es immer unser Ziel gewesen, Materialien zu verwenden, die uns kein schlechtes Gewissen geben. Kein Tropenholz, auch nicht aus „Plantagen“ (die Zertifikation ist meistens unzuverlässig) und Pflastersteine aus Europa, die nicht in den Fingern von asiatischen Kindern gewesen sind. Auch an der Gartenakademie haben wir unsere Wege aus unterschiedlichen Natursteinen, Klinkern und Betonsteinen, die bis auf einen aus Belgien und einen aus Italien, alle deutscher Herkunft sind.

Obwohl wir mehrere lokale Lieferanten haben, kommen auch unsere Waren teils von weiter her, damit die Vielfalt und Qualität garantiert ist. Wo es möglich ist, suchen wir deutsche Betriebe. Für das Glashaus sind wir immer auf der Suche nach kleinen Manufakturen, die traditionelle Produkte herstellen. Diese Woche war ich zu Besuch in einer Gärtnerei, die uns regelmäßig beliefert. Es ist immer schön, diese Betriebe zu sehen, die Pflanzenqualität überprüfen zu können und sich generell über Neues zu informieren. Toll ist es, zu sehen wie auch diese Firma (wie viele andere auch) immer grüner wird. Dank natürlicher Pflanzenstärkungsmittel und guter Pflege sind die Pflanzen kräftig und gesund und es werden weniger Pestizide gebraucht. Statt Herbiziden werden Unkräuter mit kochendem Wasser entsorgt (ja, dafür gibt es Maschinen!). Die Topferde enthält inzwischen weniger als 50 % Torf und mineralische Düngemittel.

Staudenproduktion © Isabelle van Groeningen

Staudenproduktion

Auch auf unserem Gelände wird eine Heißwassermaschine gegen Unkraut eingesetzt und unsere Pflanzen werden mit Pflanzenstärkungsmitteln behandelt – Biologische Pflanzenschutzmittel und Nützlinge, damit der Verbrauch von Pestiziden gering ist. Der Rasen hat den letzten Sommer trotz starker Strapazierung durch die vielen Besucherfüße und das trockene Wetter erstaunlich gut überstanden. Die Buxushecken sind, trotz drohenden Pilzbefalls und Zünslerattacken, gut durch den Sommer gekommen. Das Staudenbeet wurde noch nie mit irgendwelchen Pflanzenschutzmitteln behandelt.

Verpackung

Seit einigen Jahren haben wir keine Plastiktüten mehr. Wir versuchen, unsere Verpackungs- und Transportmittel so umzustellen, dass immer weniger Plastikmüll entsteht. So werden zum Beispiel die Zwiebeln in Kartons geliefert statt in Plastikkisten, die Pflanzen auf austauschbaren Wagen. Wir sind froh, dass mehrere unserer Lieferanten inzwischen auch auf Töpfe aus recyceltem Plastik umstellen oder Kunststoff verwenden, der nicht schwarz ist, da schwarz von den meisten Müllsortiermaschinen nicht erkannt wird.

Im Café gibt es nur noch gläserne Strohhalme und die Küche kauft Obst und Gemüse direkt vom Großmarkt, damit wesentlich weniger Plastikmüll entsteht. Hiermit ist das Menüangebot auch saisonaler geworden, was auch sehr schön ist.

Es gibt noch vieles mehr was wir tun können und sollen. Wir sind noch ein weites Stück entfernt von da, wo wir sein möchten. Aber wenn wir jedes Jahr ein, zwei oder sogar drei Schritte weiterkommen, können wir mit gutem Gewissen weitermachen. Wir bleiben dran!

Unkrautbekämpfung mit Heißwasser © Isabelle van Groeningen

Unkrautbekämpfung mit Heißwasser – Nachhaltigkeit, wir bleiben dran!