Bart-Iris

Iris ‘Dyonisos’

Eine ausgezeichnete, edle Pflanzengattung ist Iris. Einige bilden meist etwas längliche Knollen, andere haben Rhizome, die eher einer Ingwerwurzel ähneln. Besonders diese Rhizom-bildenden Sorten haben schwertähnliche Blätter und geben der Pflanze den Namen, der oft im Volksmund benutzt wird: Schwertlilie. Dieser ist verwirrend, da sie nur eine sehr ferne Verwandtschaft der Lilien sind. Um diese Jahreszeit sind es die Bart-Iris, die alle Augen auf sich ziehen.

Iris ‘White City’

Botanisch ist es die Iris barbata Gruppe von Hybriden, die entstanden ist aus Kreuzungen zwischen Iris variegata und Iris pallida. Die ersten Kreuzungen sind mehrere Jahrhunderte alt und haben verhältnismäßig kleinere, zartere Blüten, da beide Eltern diploid sind (sie besitzen einen zweifachen Chromosomensatz). Erst am Ende des 19. Jahrhunderts sind neue Kreuzungen mit asiatischen und türkischen Sorten entstanden, die triploid sind (diese besitzen einen dreifachen Chromosomensatz). Wo mehr Chromosomen untergebracht werden müssen, wird auch mehr Platz gebraucht.

Der Bart

Dadurch werden nicht nur die Blüten größer und kräftiger, die Stängel sind meist auch dicker und stabiler. Neuere Züchtungen sind meistens nicht nur größer, es gibt auch öfter welche deren Blütenblätter etwas gerüscht sind. Es gibt auch zweifarbige Sorten, dessen Domblätter (die drei aufrechtstehenden Blütenblätter) eine andere Farbe haben als die drei Hängeblätter. Oft hat dann noch der Bart, der wie eine haarige Raupe im Hals der Blüte verschwindet, eine andere Farbe.

Blütezeiten

Iris ‘Irish Jig’

Die kurzen sind immer als erstes dran und sind als Iris barbata nana bekannt. Sie werden 20 – 30 cm hoch und blühen Mitte April (wenn das Wetter es erlaubt). Die mittlere Höhe, Iris barbata media, wird 30 – 50 cm hoch und blüht zwischen Anfang und Mitte Mai. Zum Schluss kommen die hohen Iris barbata elatior, die oft um 80 cm groß werden, sie können aber ab und zu auch mal 1,20 m erreichen und Ende Mai bis Anfang/Mitte Juni blühen. Wie mit allen Pflanzen um diese Jahreszeit, ist die Blütezeit und Dauer immer sehr abhängig von den Temperaturen. Bei kühlem Wetter geht es erst später los und dauert länger, bei sommerlichen Temperaturen geht es früher los, ganz vehement, und ist dann leider schnell wieder vorbei.

Was braucht Bart-Iris?

Iris ‘Rip City’

So lange sie reichlich Sonne haben und Staunässe vermieden wird, sind sie erstaunlich unkompliziert und pflegeleicht. Wer schon mal im Frühjahr in Weinanbaugebieten wie in Frankreich oder Italien unterwegs war, wird festgestellt haben, wie toll sie dort oft wachsen. Kalkreiche, steinige Böden, die gute Drainage haben, sind am besten. Hier kommen sie ohne Dünger gut zurecht, da sie sich viel Energie aus der Sonne holen. Vermeiden Sie stickstoffreiche Düngemittel. Stattdessen benutzen sie einen kalireichen Dünger, einmal zu Beginn des Wachstums, Anfang Frühjahr, und im Sommer nach der Blüte. Eine dünne Kompostschicht oder sogar gut abgelagerter Mist tut den Pflanzen auch gut.

Teilen und pflanzen von Bart-Iris

Erst im letzten Sommer geteilt

Der Grund, warum sie am besten gleich nach der Blüte geteilt werden sollen, ist das sie danach den ganzen Sommer Zeit haben, um wieder für das nächste Jahr Kraft aufzubauen. Aber so lange die Pflanzen glücklich sind und gut blühen, sollten sie in Ruhe gelassen werden. Wenn sie anfangen rückwärts zu wachsen, weniger Blüten haben oder sogar ganz aufhören, dann ist es Zeit sie aus zu graben und von vorne anzufangen.

Die Wurzel bietet immer natürliche Stellen an denen man sie leicht abbrechen kann. Am besten ein ca. 7 cm Stück vom Ende, wo die Blätter sind, abnehmen. Der andere Teil kann auf den Komposthaufen.

Iris ‘Oberschwaben’

Graben Sie ein nicht zu tiefes Loch, damit die dünnere, kleine Wurzel als Anker unter die Erde kommt. Das größere Rhizom darf bündig mit der Erde sein. Wenn Staunässegefahr besteht, pflanzen Sie es auf leichte Hügel. Pflanzen Sie sie je nach Größe, 25 bis 40 cm auseinander. Das Eisenkraut Verbena bonariensis ist ein guter Begleiter für diese Pflanzen, die es nicht mögen, wenn die Nachbarn ihnen zu viel Licht wegnehmen.

Pflege

Iris ‘Dark Vader’

Nach der Blüte können Sie die alten Blütenstiele auf 10 cm zurückschneiden. Im Spätsommer werden die alten Blattspitzen oft braun und sehen müde aus. Diese können Sie dann (aber müssen es nicht) bis ins frische Blatt zurückschneiden. Sie sind wintergrün und werden am Ende des Winters neue, frische Blätter produzieren. Halten Sie die Fläche unkrautfrei, aber achten Sie darauf, dass Sie die Wurzeln nicht zerstören falls Sie mit einer Hacke im Beet unterwegs sind. Sie sitzen in der Nähe der Oberfläche und werden schnell zerstört, was auf lange Sicht die Pflanze umbringen kann.

Welche Bart-Iris?

Iris ‘Cold River’

Es ist unmöglich zu sagen, welche Sie pflanzen sollen. Bart-Iris bringen auf jeden Fall Drama ins Beet. Man muss sich einfach verführen lassen. Ich persönlich mag die zweifarbigen weniger, aber lasse mich gerne von schönen Details wie bei der Zwerg-Iris ‘Atroviolacea‘ verführen. Ungewöhnliche Farben wie ‘Verdissant‘ oder ‘Thonbird‘ können in besonderen Farbkombinationen spannend sein. ‘Pink Style‘ ist eher schlüpferfarben und wird nicht unbedingt von jedem geliebt. Die Bärte sind auch Details worauf geachtet werden sollte: Einige wie ‘Rose de la Vallee‘ haben ein kräftiges Orange, passend zu der zartorangenen Blütenfarbe, im Gegensatz zu den fast tintenschwarzen ‚Interpol‘. Bei einigen sind die drei Hängeblätter eher waagerecht, wie bei ‘Dyonisis‘ oder ‘Minted Gold‘, während ‘Carribean Dream‘ richtig rüschig sind.

douEinige werden im Herbst ein zweites Mal blühen, wie ‘Champagne Elegance‘ und ‘Rosemarie Figge‘, aber für mich sind sie wie Erdbeeren und Spargel: Am besten in größeren Mengen in der Saison genießen, danach gibt es wieder etwas anderes Köstliches!

Und vergessen Sie nicht: Sie haben auch einen besonderen, feinen Duft!