Die Zwiebelsaison steht vor der Tür!

01. September 2019 von Isabelle Van Groeningen
Kategorien: Herbst, Jahreszeiten, Neuigkeiten | Schlagwörter: , , , |

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Die Zwiebelsaison ist angebrochen! © Isabelle van Groeningen

Die Zwiebelsaison ist angebrochen!

Vor ein paar Wochen habe ich darüber berichtet, wie sehr ich die circannuale Rhythmik in meinem Beruf liebe. Der Nachteil für Sie als Leser daran ist, dass ich mich ab und zu wiederhole. Bitte verzeihen Sie mir, dass ich diese Woche unbedingt über Zwiebeln schreiben muss, aber gestern war wohl einer der schönsten Tage des Jahres – Weihnachten und Geburtstag auf einen Tag. Unsere Zwiebeln sind gekommen. Für unsere Gärtner war es nicht so schön. In glühender Hitze haben sie sieben Paletten mit schweren Kisten in das Zwiebelhaus abgeladen. Im Zwiebelhaus war es wie in einer Sauna. Ich bin froh, dass es sich am Wochenende abkühlen wird. Fast 300.000 feste, kleine und nicht so kleine Knollen, die jetzt gerade nicht so aufregend aussehen, aber sobald im neuen Jahr Schnee und Frost vorbei sind, viele viele Monate größere und kleinere Freuden schaffen werden.

Vorbereitungen der Zwiebelsaison

Seit Monaten läuft es schon. Irgendwann im Frühsommer wurde die Bestellung vorbereitet. Unsere eigenen „Hausmischungen“ wurden überprüft, neue zusammengestellt. Neue Aufkleber für die Mischungen wurden gestaltet und neue Schachteln von USE, der wunderbaren Werkstatt für behinderte Menschen mit der wir oft und gerne zusammenarbeiten, angefertigt. Anfang August wird dann das Gewächshaus neben dem Seminarraum, welches seit Anfang des Jahres das Balkonienhaus ist, leergeräumt und zum Zwiebelhaus umgewandelt. Letzte Woche, während in Holland unsere Bestellungen von über 100 Tulpen, fast 40 unterschiedlichen Narzissen und Zierlauchsorten und vielen wunderbar duftenden Hyazinthen versandfertig gemacht wurden, haben wir uns damit beschäftigt, die ganzen Schilder zu erneuern und haben bessere Bilder ausgesucht und die Texte überprüft.

Auspacken zu Beginn der Zwiebelsaison © Isabelle van Groeningen

Auspacken

Bereits gestern Abend waren die ersten Tulpen, Zierlauch und Narzissen geprüft und aus ihren Kisten ausgepackt. Heute geht es weiter mit den tausenden kleineren Zwiebeln. Etiketten müssen noch gedruckt werden, dann kann können unsere Gärtner mit dem Eintüten loslegen, damit wir Anfang nächster Woche für die ersten ungeduldigen Kunden startklar sind.

Abschied von zwei Klassikern

Jedes Jahr gibt es einige neue Sorten und leider, leider gibt es auch einige nicht mehr. Dieses Jahr sind wir besonders betroffen, da zwei Lieblinge nicht mehr im Angebot sind. Allium aflatunense, mein Lieblings-Kugellauch, hat schon seit einigen Jahren ein Pilzproblem und ist nicht mehr im Umlauf. Für die Tulpe ‘China Pink‘, eine die uns seit mehr als 10 Jahren im Staudenbeet beglückt und Teil unserer beliebten „Beetmischung“ ist, finden wir zurzeit keinen zuverlässigen Lieferanten der uns garantiert, dass es tatsächlich die Sorte ist. Statt Kunden mit dem falschen Rosaton zu enttäuschen, haben wir es gelassen und werden die Sorte ‘Jazz‘ im Beet nachpflanzen.

Was gibt’s Neues?

Dieses Frühjahr haben sich Narzissen stark in meinen Fokus gedrängt, da sie besonders schön und lange blühen. Ich habe mir deshalb nochmal einige besonders schöne Sorten gegönnt. Mehr darüber zu einem anderen Zeitpunkt. Hyazinthen haben mich auch verführt. Später noch bekommen wir forcierte Zwiebeln, die toll für den Garten sind, aber auch um in der Wohnung für Duft und Farbe zu sorgen.

Letztes Jahr hatten wir schon die „Festival“ Serie in blau, rosa und weiß, die sich besonders gut für das Staudenbeet eignet, da sie eine leichtere, lockere Blütenstruktur hat, die gut zum Staudenbeetcharakter passt. Aber nicht nur die. Wir haben auch das ganze Farbspektrum von weiß, zartrosa, karminrot, flieder, violett, blau, lila, purpur-lila und dunkelblau. Die sind besonders toll für Kübel und Balkonkästen, damit sie einen jedes Mal, wenn man vor die Tür geht, begrüßen. Natürlich gibt es auch neue Tulpen wie ‘Copper Immage‘, eine gefüllte, späte Tulpe mit aparter Kupferfarbe, etwas dunkler und wärmer als die beliebte ‘Belle Epoque‘.

Ihre Wochenendaufgabe ist es nicht, hierher zu stürzen, um sich Zwiebeln zu kaufen. Das geht leider noch nicht, aber überlegen Sie sich schon jetzt, was Sie wo pflanzen möchten, um sich das Frühjahr schön zu machen!

Mehr zur Zwiebelsaison 2019 in der Königlichen Gartenakademie

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Isabelle Van Groeningen

Über Isabelle Van Groeningen

Dr. Isabelle Van Groeningen – Zur Person Isabelle Van Groeningen ist eine international anerkannte Gartenhistorikerin, -designerin und –beraterin, die ihre langjährige Erfahrung in diesen Bereichen sowohl durch Vorlesungen und Vorträge als auch durch schriftliche Beiträge in der Fachliteratur weitergibt. 1983 übersiedelte sie von ihrem Geburtsland Belgien nach England, um Horticulture an den Royal Botanic Gardens Kew zu studieren. Nach erfolgreichem Abschluss mit dem „Kew Diploma in Horticulture“ fertigte sie ihre Doktorarbeit im Fach historische Garten- und Landschaftsrestaurierung an der York University an. Ihr besonderes Interesse gilt der Anordnung von Stauden im Garten, von der traditionellen englischen Staudenrabatte bis hin zur lockereren ökologisch-orientierten Pflanzweise, wie sie in Deutschland und den Niederlanden praktiziert wird. Gartendesign 1992 gründete Isabelle Van Groeningen zusammen mit Gabriella Pape die Firma Land Art Ltd., deren Projekte seit Anbeginn einen weiten Bereich abdecken und sich – je nach Auftraggeber und Situation – mit historischen ebenso wie modernen Gartenanlagen befassen. Im Jahre 2000 gewann Land Art Ltd. bei der Hampton Court Flower Show eine Goldmedaille und die „Best in show“-Auszeichnung für den bis dahin größten Schaugarten mit dem Titel „Go Organic“. Dazu kam 2007 die zweithöchste Auszeichnung, eine „Silver Gilt“–Medaille, bei der weltberühmten Chelsea Flower Show für einen im Auftrag des Daily Telegraph geschaffenen Schaugarten: ein von Karl Foersters Senkgarten in Bornim bei Potsdam inspirierter Garten. Isabelle Van Groeningen hat sich schon frühzeitig dem biologischen Gärtnern verschrieben und sich zum Ziel gesetzt, umweltfreundliche Gärten schaffen. Dabei ist zum Beispiel der sparsame Umgang mit Wasser ein wichtiger Faktor sowohl bei der Gesamtgestaltung des Gartens als auch bei der Auswahl der Pflanzen.