Wichtige wintergrüne Akzente in meinem Garten – Valuable evergreens in my garden

01. Dezember 2019 von Isabelle Van Groeningen
Kategorien: Nicht kategorisiert |

Beitrag Drucken
Green screen © Isabelle van Groeningen

Grüner Ausblick

Zur englischen Version

Da die letzten, herbstlichen Farben aus unserer Landschaft verschwinden und die dunklen Silhouetten von Bäumen und Sträuchern ihre schöne Kontur vor dem winterlichen Himmel zeigen, beginne ich die immergrünen Noten im Garten wirklich zu genießen. In den Sommermonaten heben sie sich nicht von allen anderen grünen Pflanzen ab, aber jetzt sind sie willkommene und wichtige Pflanzen im Garten, die nicht nur für Farbe sorgen, sondern auch zahlreichen Gartenvögeln einen wertvollen Schutz bieten.

Die Frostempfindlichkeit von wintergrünen Gehölzen

Viele Gehölze, die während der Wintermonate ihr Laub behalten, sind empfindlicher bei hartem Frost. Solange die Temperaturen über dem Gefrierpunkt liegen, sind die chlorophyllhaltigen Blätter weiterhin aktiv. In frostigen Zeiten erwärmt die sanfte Wärme der Wintersonne die Blattoberflächen, was die Pflanze zur Weiterführung der Photosynthese anregt. Sie kann aber nicht auf das dafür benötigte Wasser zugreifen. Am Ende des Winters werden die Blätter so aussehen, als ob sie vertrocknet wären.

Sie können zum Schutz Ihrer empfindlichen Pflanzen beitragen, indem Sie sie vor der Morgen- und Mittagssonne schützen und mit leichtem Fleece umwickeln. Zusätzlich schützen Sie sie so auch vor trockenen Winden. Die milderen Winter der letzten Jahre haben uns mutiger gemacht, weniger widerstandsfähigere Pflanzen auszuprobieren. Einige von Ihnen leben in Regionen, in denen der Winter ohnehin eher weniger stark ist, aber ich weiß aus eigener Erfahrung, dass auch Sie in Versuchung geraten, weniger widerstandsfähigere Pflanzen auszuprobieren!

Leicht empfindliche, immergrüne Pflanzen (zumindest in Berlin!)

Palmtrees © Isabelle van Groeningen

Palmen

In meinem kleinen Berliner Innenhofgarten haben wir mehrere frostempfindliche, immergrüne Gehölze, die gute Überlebenschancen in dieser sehr geschützten Gegend haben. Die Nähe zu den Gebäuden schützt den Garten vor kalten Winden und starker Wintersonne. Unsere drei Palmen, mit ihren großen, rundlichen Blättern, sind ein großartiger Blickfang im Mittelpunkt des Gartens. Entlang des Zauns hat sich die Nandina domestica mit ihrem attraktiv geschnittenen Laub erstaunlich gut geschlagen, indem sie im Herbst rote Beeren und im frühen Frühjahr cremeweiße Blütenrispen produziert.

Durch den aufrechten, kompakten Wuchs ist sie ideal für kleinere Gärten. Dahinter hat eine stark duftende, früh blühende Clematis armandii in den letzten Jahren gekämpft, da ein unwissender Nachbar sie mehrmals zurückgeschnitten hat. Am Ende des Gartens bilden zwei große immergrüne Magnolia grandiflora eine beeindruckende Kulisse mit ihren großen, dunkelgrünen, glänzenden Blättern. Sie helfen, die Nachbarn abzuschirmen.

Magnolia grandiflora with ivy © Isabelle van Groeningen

Magnolia grandiflora mit Efeu

Da die meisten dieser Pflanzen nun schon sechs oder sieben milde Jahre Zeit hatten sich zu etablieren und zu wachsen, werden sie einen kalten Winter eher gut überstehen als noch junge, empfindlichere Pflanzen es tun würden.

Magnolia grandiflora © Isabelle van Groeningen

Magnolia grandiflora

Immergrüner Vogelschutz

Mehr Sichtschutz kommt von einer großen Gruppe Bambus. Sie sind eine Mischung aus Phyllostachys, von denen mein Favorit die Phyllostachys aurea ist, mit ihren attraktiven gelben Stämmen. Mittlerweile ist die Gruppe (sicher von einer starken Rhizombarriere umschlossen) auf eine Höhe von etwa 4 – 5 Meter angewachsen und bietet eine sehr wertvolle Abschirmung zum benachbarten Gebäude. Das gewöhnliche Efeu, das die leere Brandwand der Nachbarn mit seinen angenehm grünen, glänzenden Blättern bedeckt, ist etwa 6 – 7 Meter hoch. Sowohl Efeu als auch der Bambus sind die wertvollsten Pflanzen, da sie eine große, gesellige Kolonie von Sperlingen beherbergen. Jeden Abend kommen sie mit lautem, fröhlichem Geschwätz nach Hause und das Aufwachen ist besser, als jeder Wecker. Glücklicherweise geschieht dies zu dieser Jahreszeit gegen 7:30 Uhr, einer zivilisierteren Zeit als im Hochsommer. Da wachen sie bereits kurz nach 4 Uhr morgens auf. Auch Fledermäuse flitzen im Efeu herum und im Frühherbst lebt es von Bienen, die diese spät blühende Pflanze schätzen. Bis zum späten Winter werden die reifenden Beeren von hungrigen Vögeln dankbar angenommen.

Hedera helix © Isabelle van Groeningen

Hedera helix – Efeu

Immergrüne, formale Struktur

Auf einer niedrigeren Ebene stehen andere wichtige, immergrüne Strukturelemente: Die Ilex crenata. Wir haben sie als geschnittene Kugeln gepflanzt, aber die Idee ist, dass sie mit der Zeit zu einer Wolkenhecke verschmelzen.

In den kommenden Wochen werde ich mehr über nützliche und interessante, immergrüne Akzente für den Garten schreiben. Sie bieten so viele verschiedene Aspekte, mit denen Sie den Garten interessanter machen können. In der Zwischenzeit wünsche ich Ihnen einen frohen ersten Advent!

Beitrag Drucken

Auch interessant:

Isabelle Van Groeningen

Über Isabelle Van Groeningen

Dr. Isabelle Van Groeningen – Zur Person Isabelle Van Groeningen ist eine international anerkannte Gartenhistorikerin, -designerin und –beraterin, die ihre langjährige Erfahrung in diesen Bereichen sowohl durch Vorlesungen und Vorträge als auch durch schriftliche Beiträge in der Fachliteratur weitergibt. 1983 übersiedelte sie von ihrem Geburtsland Belgien nach England, um Horticulture an den Royal Botanic Gardens Kew zu studieren. Nach erfolgreichem Abschluss mit dem „Kew Diploma in Horticulture“ fertigte sie ihre Doktorarbeit im Fach historische Garten- und Landschaftsrestaurierung an der York University an. Ihr besonderes Interesse gilt der Anordnung von Stauden im Garten, von der traditionellen englischen Staudenrabatte bis hin zur lockereren ökologisch-orientierten Pflanzweise, wie sie in Deutschland und den Niederlanden praktiziert wird. Gartendesign 1992 gründete Isabelle Van Groeningen zusammen mit Gabriella Pape die Firma Land Art Ltd., deren Projekte seit Anbeginn einen weiten Bereich abdecken und sich – je nach Auftraggeber und Situation – mit historischen ebenso wie modernen Gartenanlagen befassen. Im Jahre 2000 gewann Land Art Ltd. bei der Hampton Court Flower Show eine Goldmedaille und die „Best in show“-Auszeichnung für den bis dahin größten Schaugarten mit dem Titel „Go Organic“. Dazu kam 2007 die zweithöchste Auszeichnung, eine „Silver Gilt“–Medaille, bei der weltberühmten Chelsea Flower Show für einen im Auftrag des Daily Telegraph geschaffenen Schaugarten: ein von Karl Foersters Senkgarten in Bornim bei Potsdam inspirierter Garten. Isabelle Van Groeningen hat sich schon frühzeitig dem biologischen Gärtnern verschrieben und sich zum Ziel gesetzt, umweltfreundliche Gärten schaffen. Dabei ist zum Beispiel der sparsame Umgang mit Wasser ein wichtiger Faktor sowohl bei der Gesamtgestaltung des Gartens als auch bei der Auswahl der Pflanzen.