Schöne Kübelbepflanzung für die Wintermonate

01. November 2020 von Isabelle Van Groeningen
Kategorien: Herbst, Jahreszeiten, Pflanzen, Übers Gärtnern | Schlagwörter: , , , , |

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Kübelbepflanzung © Isabelle Van Groeningen

– read the English text – Jetzt, wo die Tage kürzer werden und die Temperaturen sinken, zieht sich der Mittelpunkt unseres Lebens wieder ins Haus zurück. Es kann Tage geben, an denen man kaum noch einen Fuß in den Garten setzt oder auf den Balkon hinausgeht. Deshalb ist es umso wichtiger, dass nicht nur die Aussicht attraktiv ist, sondern dass man draußen von etwas Schönem begrüßt wird. Ein perfekter Weg, dies zu erreichen ist, Ihre Kübel mit Pflanzen zu füllen, die während der Wintermonate für interessant aussehen. Diese können Sie an der Haustür begrüßen, Ihre Terrasse einrahmen, Ihren Balkon aufheitern oder als Blickfang vor Ihrem Küchenfenster stehen. Heute also Tipps für die Kübelbepflanzung.

Pflanzen sind dabei ihre Motoren herunterzufahren und bereiten sich auf ihre jährliche Ruhephase während der kalten, dunklen Jahreszeit vor. Trotzdem gibt es eine überraschende Anzahl von Pflanzen, die in irgendeiner Form interessant für die kommenden Monate sein werden. Es gibt ein paar mutige Winterblüher und einige, die farbenfrohe Früchte tragen. Eine Reihe von Pflanzen haben attraktive Stängel, und natürlich gibt es mehrere immergrüne Blattpflanzen. Einige sorgfältig ausgewählte Gräser können dazu beitragen, wertvolle Höhe und Struktur zu liefern.

Kübelbepflanzung – Farbe von Blumen

Obwohl es eine Reihe von mutigen Pflanzen gibt, die in den Wintermonaten blühen, ist ihre Blütenpracht im Vergleich zum Sommer, eher bescheiden und subtil. Aber um diese Jahreszeit bin ich für jedes Lebenszeichen in meinem Garten dankbar und freue mich über jedes kleine Detail. Vieles wird natürlich vom Wetter abhängen. Solange es wenig oder keinen Frost gibt, werden viele Pflanzen weiter blühen, auch wenn einige (aber nicht alle) ihre Blüten verlieren können, sobald es kälter wird.

         – Hornveilchen* sind die farbenfrohen Gesichter von Herbst, Winter und Frühling. Nutzen Sie sie für Ihre Kübelbepflanzung. Ich persönlich bevorzuge die kleinen Blümchen. Die Blütenblätter der größeren Veilchen sind von schlechtem Wetter stärker betroffen und sehen schnell wie schmutzige Wäsche aus. Es gibt sie nicht nur in vielen verschiedenen Farben, sondern auch mit ausgeprägten Mustern, die ihnen kleine Gesichter verleihen, manche fröhlich, einige mürrisch. Es ist wichtig, sie auszuputzen und alle kleinen, abgerundeten Samenkapseln zu entfernen, da sie dadurch zur weiteren Blüte angeregt werden. Ich habe es geschafft, meine etwa 15 Monate lang aufrechtzuerhalten, indem ich sie gelegentlich kürze und mit einer Düngergabe wieder aufpeppe. Ich bin mir schon bewusst, dass ich sie bei starkem Frost verlieren könnte, aber möchte trotzdem nicht auf diese lächelnde Gesellschaft verzichten. Die letzten Winter waren ja freundlich.

         – Erica carnea oder Schneeheide sind kompakt und bringen weiße oder lila-rosa Blüten hervor. Selbst in der Knospe sind sie attraktiv und blühen bis in den Frühling hinein. Im Gegensatz zu anderen Heidekrautarten, die einen sauren, leichten und torfigen Boden benötigen, ist diese Heidekrautart nicht so wählerisch und gedeiht auch auf schwereren, alkalischen Böden.

Kübelbepfanzung Erica und Carex © Isabelle Van Groeningen
Kübelbepflanzung mit Erica und Carex

         – Die Helleborus Sorten* haben eine imposante Präsenz für die Wintersaison. In den letzten Jahren sind zahlreiche neue Hybriden auf den Markt gekommen, die die Blütezeit erheblich verlängern. Die echte Christrose, Helleborus niger mit ihren klaren weißen Blüten, ist eine anspruchsvollere Gartenpflanze, die einen alkalischen Boden benötigt. Die später blühenden Arten, wie H. orientalis und H. sternii, sind weniger anspruchsvoll. Die neuen Hybriden vereinen die besten Tugenden von allen: Sie blühen ab Winterbeginn, haben mehr sichtbare aufrechte Blüten und bieten die subtile Farbpalette, die ich bei Lenzrosen so liebe.

         – Alpenveilchen*: Das Großmutterbild, das mit den großblütigen Hybriden verbunden ist, gehört der Vergangenheit an. Heutzutage bringen die kleineren Hybriden, die köstlich duften und relativ winterhart sind, langanhaltende Farbe in die Herbstschemen. Wenn Sie nicht das Risiko eingehen wollen, Ihre Pflanzen durch Frost zu verlieren, dann pflanzen Sie das winterharte Cyclamen coum*. Ihre wunderschön gemusterten Blätter erscheinen zu Beginn des Winters, die kleinen, zarten Blüten in Weiß-, Rosa- oder Fliedertönen folgen im Februar.

Kübelbepflanzung Cyclamen coum © Isabelle Van Groeningen
Cyclamen coum

         – Skimmien*: Während der gesamten kalten Jahreszeit zeigt die Pflanze ihre typischen Blütenstände aus winzigen Knospen. Streng genommen wird Skimmia japonica erst im Frühjahr blühen, aber die Blütenknospen, insbesondere bei den Sorten ‘Rubella’ (dunkelrot) oder ‘Kew White’ (weiss), sind sehr attraktiv und auffällig.

Skimmia 'Rubella' © Isabelle Van Groeningen
Skimmia ‘Rubella’

         – Zwiebeln*: Es lohnt sich, ein paar frühe Zwiebeln zwischen den Blättern zu verstecken. Gegen Ende Januar kann man mit den ersten Schneeglöckchen rechnen, bald folgen Winterlinge und die eisblaue Scilla mischtschenkoana. Krokusse und frühe Narzissen bringen Sie in den Frühling mit all den Freuden, die diese üppige Jahreszeit mit sich bringt.

Kübelbepflanzung – Farbe aus Beeren

Obwohl es zahlreiche Bäume und Sträucher mit attraktiven Früchten gibt die die Winterlandschaft farbig machen, werden viele von ihnen erst ab einer gewissen Größe und einem gewissen Alter Früchte tragen, sodass sie bis dahin oft zu groß für einen Container sind. Einige kleinere Sträucher sind geeignet. Das frischgrüne Laub der Skimmi japonica* kontrastiert gut mit ihren leuchtend roten Beeren. Nur die Pflanzen, die weibliche Blüten tragen, werden Fruchtschmuck entwickeln. Stellen Sie also sicher, dass Sie mindestens eine männliche Skimmia pflanzen, damit Ihre weiblichen Pflanzen Früchte bilden können. Nach der Blüte müssen Sie die verblühten Blüten an der Pflanze belassen, damit sich die Beeren entwickeln können. Für kleine Kübel oder Balkonkästen ist die zwergwüchsige, kompakte Gaultheria procumbens (Niedere Scheinbeere) eine nützliche Pflanze. Die essbaren Beeren bleiben den ganzen Winter über an der Pflanze, und auch das Laub nimmt rötliche Töne an.

Farbe vom Laub

Ich finde immergrünes Laub in der Winterlandschaft extrem wichtig. Es ist nicht nur, dass das Laub einen wertvollen, sanften grünen Touch verleiht, man kann es auch für mehr Farbe und Textur verwenden.

Glattes, glänzendes Laub von Skimmien reflektiert das Licht und bringt etwas Volumen in einen großen Behälter. Efeu, der über den Topfrand runterwachst, bricht die horizontale Achse auf.

Purpurglöckchen* sind sehr vielseitig und in vielen Farben erhältlich. Limettengrün bringt einen Hauch von Sonnenschein, besonders in schattigen Gegenden. H. ‘Rex Lime’, begleitet von einer der gelben bunten Seggen, kann bis weit in den Frühling hinein einen guten Farbakzent setzen, wenn frühe gelbe Narzissen wie Narcissus ‘Tete-a-Tete’ Wärme in die düstere Landschaft bringen. Rotblättrige Heuchera wie H. ‘Plumpudding‘ oder ‘Obsidian‘ können mit einem rotblättrigen Ajuga reptans ‘Catlins Giant‘* eine gefällige Komposition bilden.

Grau-grüne filzige Blätter von Salbei fügen Duft hinzu, und sind sehr taktil; silbergraues Blattwerk von Lavendel oder Artemisia, kombiniert mit den grauen Blättern von Blauschwingel kann eine frische Note für eine sonnige Bepflanzung hinzufügen.

Farbe von Stielen

Acer palmatum 'Bi-Hoo' Kübel © Isabelle Van Groeningen
Acer palmatum ‘Bi-Hoo’

Ich liebe japanische Ahorne, Weiden und Hartriegel, die mit ihren attraktiven Stielen im Winter bunte Akzente setzen. Sie können reizvolle Farbtupfer setzen, besonders wenn sie vor einem immergrünen Hintergrund in der winterlichen Sonne stehen. Wenn Sie einen größeren Topf auf Ihrer Terrasse haben, lohnt sich die Überlegung, einen japanischen Ahorn zu pflanzen. Sie werden langsam zu kleinen Bäumen heranwachsen, die bei vorsichtigem Schnitt ausgelichtet werden können, um die schöne Struktur zu offenbaren und mehr Licht durchzulassen und eine luftige Leichtigkeit zu entwickeln. Sie können als wertvoller Sichtschutz verwendet werden. Nicht so elegant, aber ebenso nützlich als Schutz, sind einige der Hartriegel. Cornus alba ‘Sibirica’ hat leuchtend rote Stängel, die sich gut für einen größeren Kübel eignen, und Cornus ‘Midwinterfire’ produziert feinere, aprikosenorangefarbene Triebe, die sich gut für einen mittelgroßen Topf eignen. All diese können als Langzeitpflanzung umwerfend aussehen und sorgen auch für eine tolle Herbstfärbung.

Proportionen & Struktur

Es ist wichtig, vorab die Höhe in einem Topf zu bestimmen, damit die Proportionen richtig aussehen. Ein großer, hoher Übertopf sieht albern aus, wenn er nur mit Veilchen oder Winterheide bepflanzt wird. Etwas runterhängendes Grün und eine höhere Struktur schaffen ein besseres Gleichgewicht. Diese Höhe muss nicht von einer “lebenden” Pflanze sein: Es kann ein ruhendes, höheres Gras oder eine Staude sein. Die getrockneten Blüten der Chinaschilf-Gräser erhalten bis zum Ende des Winters eine atemberaubende Pracht. Die vertrockneten Blütenstiele von mehrjährigen Pflanzen wie Sedum ‘Herbstfreude’, Stachys monieri ‘Hummelo’ oder Agastache ‘Blue Fortune’ werden bis weit in den Winter hinein stehenbleiben und wunderbar aussehen, wenn sie von Frost oder Schnee bedeckt sind.

Was tun mit den Pflanzen im Frühling?

Die meisten der oben aufgeführten Pflanzen sind langlebige, winterharte Sträucher und Stauden, die ihr Leben in Ihrem Garten oder in dem ihrer Freunde und Nachbarn fortsetzen können. Die mit * gekennzeichneten Pflanzen sind solche, die mit schattigeren Ecken Ihres Gartens zurechtkommen, die anderen mögen einen sonnigen Platz. Wenn Sie sich um Ihre Pflanzen kümmern, gibt es keinen Grund, warum diese nicht die Sommermonate im Garten verbringen, zwischen andere Stauden und Sträuchern gepflanzt und im Herbst gehoben werden, um den Winter in einem Kübel zu verbringen. Mein Vater hat früher japanische Azaleen gerettet, nachdem sie mit der Blüte fertig waren und von den Nachbarn hinausgeworfen wurden. Im Frühling pflanzte er sie in einem schattigen Teil des Gartens aus. Die nicht so winterharten gräbt er wieder aus, topfte sie im Herbst ein und brachte sie für die Blüte in den Wintermonaten ins Haus.

Umgeben Sie sich mit schönen Dingen. Jetzt werden sie Ihnen mehr denn je große Freude für die kommenden Monate bereiten.

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Isabelle Van Groeningen

Über Isabelle Van Groeningen

Dr. Isabelle Van Groeningen – Zur Person Isabelle Van Groeningen ist eine international anerkannte Gartenhistorikerin, -designerin und –beraterin, die ihre langjährige Erfahrung in diesen Bereichen sowohl durch Vorlesungen und Vorträge als auch durch schriftliche Beiträge in der Fachliteratur weitergibt. 1983 übersiedelte sie von ihrem Geburtsland Belgien nach England, um Horticulture an den Royal Botanic Gardens Kew zu studieren. Nach erfolgreichem Abschluss mit dem „Kew Diploma in Horticulture“ fertigte sie ihre Doktorarbeit im Fach historische Garten- und Landschaftsrestaurierung an der York University an. Ihr besonderes Interesse gilt der Anordnung von Stauden im Garten, von der traditionellen englischen Staudenrabatte bis hin zur lockereren ökologisch-orientierten Pflanzweise, wie sie in Deutschland und den Niederlanden praktiziert wird. Gartendesign 1992 gründete Isabelle Van Groeningen zusammen mit Gabriella Pape die Firma Land Art Ltd., deren Projekte seit Anbeginn einen weiten Bereich abdecken und sich – je nach Auftraggeber und Situation – mit historischen ebenso wie modernen Gartenanlagen befassen. Im Jahre 2000 gewann Land Art Ltd. bei der Hampton Court Flower Show eine Goldmedaille und die „Best in show“-Auszeichnung für den bis dahin größten Schaugarten mit dem Titel „Go Organic“. Dazu kam 2007 die zweithöchste Auszeichnung, eine „Silver Gilt“–Medaille, bei der weltberühmten Chelsea Flower Show für einen im Auftrag des Daily Telegraph geschaffenen Schaugarten: ein von Karl Foersters Senkgarten in Bornim bei Potsdam inspirierter Garten. Isabelle Van Groeningen hat sich schon frühzeitig dem biologischen Gärtnern verschrieben und sich zum Ziel gesetzt, umweltfreundliche Gärten schaffen. Dabei ist zum Beispiel der sparsame Umgang mit Wasser ein wichtiger Faktor sowohl bei der Gesamtgestaltung des Gartens als auch bei der Auswahl der Pflanzen.