Das neue Klassik-Beet

24. Januar 2021 von Isabelle Van Groeningen
Kategorien: Die Gartenakademie, Jahreszeiten, Übers Gärtnern, Winter | Schlagwörter: , |

Beitrag Drucken
Staudenbeet - Der Anfang © Isabelle Van Groeningen
Staudenbeet – Der Anfang

– read the English text – Letzte Woche habe ich erwähnt, dass ein Projekt, das wir jetzt planen, eine Reihe von kleinen Musterbeeten ist, die hoffentlich Kunden inspirieren, etwas Ähnliches in ihrem eigenen Garten zu pflanzen: Unser großes Staudenbeet.

Das Klassik-Beet wurde von unserem großen Staudenbeet inspiriert, das durch die quer verlaufenden Wege in 4 Abschnitte unterteilt ist. Es wurde im zeitigen Frühjahr 2008 kurz vor der Eröffnung der Gartenakademie gepflanzt und ist weitgehend unverändert geblieben. Obwohl sein Gestaltungskonzept noch immer vorhanden ist, haben sich im Laufe der Zeit subtile Veränderungen ergeben. Jedes Jahr fügen wir neue Pflanzen hinzu, wo einige gegangen sind (entweder weil sie es bei uns nicht gemocht haben, weil sie am Ende ihres Lebens angekommen sind, oder weil wir sie entfernt haben, weil sie nicht das taten, was wir von ihnen erwarteten). 

Das neue klassische Bett

Wir entschieden uns dafür, dass ein logischer Platz für dieses neue Beet das Ende des ersten Beetabschnitts bei der Wurzelhaus-Terrasse ist, so dass es Teil des größeren Beetbildes wird. Es funktioniert aber auch gut für sich allein. Es ist als freistehendes Beet gepflanzt, so dass man rundherum gehen und es von allen vier Seiten betrachten kann. Entlang des Randes befindet sich ein dichtes Band aus etwa kniehohen Stauden, die die ganze Saison über für Farbe und Struktur sorgen werden. Zur Mitte hin wird die Bepflanzung höher und erreicht zum Höhepunkt der Saison etwa Brusthöhe.   Mit einer Größe von 2m x 3,5m enthält es viele meiner Beetfavoriten wie Frauenmantel, Katzenminze, Sedums, Euphorbia seguieriana und Stachys monierei ‘Hummelo’ als Randpflanzen, während die Mitte unter anderem mit Diamantgras, Aster horizontalis ‘Lady in Black’, Salvia ‘Caradonna’, Sonnenhut und die Frühlingplatterbse Lathyrus vernus gefüllt ist.  Nicht alle meine Lieblinge sind darin, dafür ist es leider zu klein.

Bepflanzung des neuen Beetes

Ich gebe zu, dass es der größte Luxus im Leben ist, ein wunderbares junges, dynamisches Gärtnerteam für diese Projekte zur Verfügung zu haben. Gestern Morgen machten sie sich an die Arbeit, alle Zwiebeln und Stauden auszugraben, zu teilen, jegliches Unkraut zu entfernen und sie in Kisten zu sortieren.  Dann wurde das Beet vorbereitet, umgegraben, mit Mykorrhiza und Bodenaktivator versehen (Kompost wurde bereits im Herbst ausgebracht). Am Nachmittag wurde das Musterbeet angelegt, basierend auf meinem Pflanzplan, am späten Nachmittag war der neue Abschnitt fertig.

Wie geht man mit dem restlichen Teil des Beetes um

Wir konnten nicht einfach einen Teil des bestehenden Beetes abhacken. Ein amputiertes Beet würde niemals richtig aussehen. Also wurden alle Pflanzen entfernt, bis auf die dunkelroten Rosen (die wunderbar duftende Englische Rose ‘Munstead Wood’) und die Kletterer, die am Rankgerüst hochwachsen. Heute Morgen hatte ich das Vergnügen, ein neues Beet zu strukturieren, die geteilten Stauden an ihren neuen Platz zu setzen und Platz für die Bereiche zu lassen, in denen wir einige andere, neue Pflanzen ausprobieren wollen, wie der Blutweiderig Lythrum virgatum ‘Swirl’, Salvia azurea, Duftnessel Agastache ‘Linda’ und Sonnenhut’Sensation Pink’. Es ist schön, wieder so viel Platz zu haben, um einige neue Pflanzen auszuprobieren! Zur Mittagszeit war alles fertig und erledigt. Pflanzen rein, Zwiebeln rein, Plätze markiert, wo die neuen Pflanzen gepflanzt werden – der Frühling kann kommen.

Ich freue mich so sehr auf diesen frisch bepflanzten Bereich. Jeder Anfang ist immer ein wenig schüchtern, aber ich bin immer wieder erstaunt, wie schnell manche Pflanzen ins Wachstum kommen, wie schnell sie sich entwickeln und zu wichtigen Akteuren werden, während andere ein wenig Zeit brauchen, um an ihrem neuen Standort anzukommen. Gerade die Schüchternen entwickeln sich zu langlebigen Gartenfreunden, die viele Jahre Freude am Gärtnern bereiten.

Beitrag Drucken
Isabelle Van Groeningen

Über Isabelle Van Groeningen

Dr. Isabelle Van Groeningen – Zur Person Isabelle Van Groeningen ist eine international anerkannte Gartenhistorikerin, -designerin und –beraterin, die ihre langjährige Erfahrung in diesen Bereichen sowohl durch Vorlesungen und Vorträge als auch durch schriftliche Beiträge in der Fachliteratur weitergibt. 1983 übersiedelte sie von ihrem Geburtsland Belgien nach England, um Horticulture an den Royal Botanic Gardens Kew zu studieren. Nach erfolgreichem Abschluss mit dem „Kew Diploma in Horticulture“ fertigte sie ihre Doktorarbeit im Fach historische Garten- und Landschaftsrestaurierung an der York University an. Ihr besonderes Interesse gilt der Anordnung von Stauden im Garten, von der traditionellen englischen Staudenrabatte bis hin zur lockereren ökologisch-orientierten Pflanzweise, wie sie in Deutschland und den Niederlanden praktiziert wird. Gartendesign 1992 gründete Isabelle Van Groeningen zusammen mit Gabriella Pape die Firma Land Art Ltd., deren Projekte seit Anbeginn einen weiten Bereich abdecken und sich – je nach Auftraggeber und Situation – mit historischen ebenso wie modernen Gartenanlagen befassen. Im Jahre 2000 gewann Land Art Ltd. bei der Hampton Court Flower Show eine Goldmedaille und die „Best in show“-Auszeichnung für den bis dahin größten Schaugarten mit dem Titel „Go Organic“. Dazu kam 2007 die zweithöchste Auszeichnung, eine „Silver Gilt“–Medaille, bei der weltberühmten Chelsea Flower Show für einen im Auftrag des Daily Telegraph geschaffenen Schaugarten: ein von Karl Foersters Senkgarten in Bornim bei Potsdam inspirierter Garten. Isabelle Van Groeningen hat sich schon frühzeitig dem biologischen Gärtnern verschrieben und sich zum Ziel gesetzt, umweltfreundliche Gärten schaffen. Dabei ist zum Beispiel der sparsame Umgang mit Wasser ein wichtiger Faktor sowohl bei der Gesamtgestaltung des Gartens als auch bei der Auswahl der Pflanzen.